Donnerstag, 30. Jänner 2003

Virtueller Fundhund spürt Verlorenes auf

  • "fundamt.gv.at" soll Suche nach Verlorenem erleichtern
  • Weniger Verwaltungsaufwand

Schlüssel verloren, Pullover liegen gelassen - ab sofort hilft der virtuelle Fundhund bei der Suche nach abhanden gekommenen Gegenständen. Mit der Neuregelung des Fundwesens in Österreich wurde eine Internet-Plattform geschaffen, die dem Bürger die Recherche leichter machen soll. Unter fundamt.gv.at werden "Verlust-Sachen" in einer zentralen Datenbank erfasst.

Das System soll künftig eine österreichweite Eingabe bzw. Suche erlauben. Jene Gemeinden, die bereits damit arbeiten, decken 2,7 Millionen Einwohner ab, berichtete Albert Kronberger von rubicon informationstechnologie im Gespräch mit der APA. Das IT-Unternehmen hat die elektronische Lösung auf Initiative mit dem Städtebund und in Kooperation mit dem Bundesrechenzentrum sowie dem Internetdienst VOeH realisiert. Neben der Website wurde die Hotline 0900-600200 (1,36 Euro/Minute) eingerichtet.

Vormerkungen & Benachrichtigungen
Die Vorteile für den Bürger liegen auf der Hand: Hat man z.B. bei einer Radtour seinen Schlüsselbund "angebaut", spart man sich bei einer erfolgreichen Suche mit dem "Fundhund", dem Maskottchen des Systems, das lästige Durchtelefonieren der Gemeindeämter. Ist der verlorene Gegenstand noch nicht abgegeben und elektronisch erfasst worden, kann der Betroffene eine Vormerkung machen. Bei einem Fund erfolgt die automatische Benachrichtigung.

Fahndung in Kategorien
Unter fundamt.gv.at wird mit einheitlichen Kategorien "gefahndet". Die Bedienung ist einfach, betonen die Verantwortlichen. Die Trefferliste erfolgt in Form eines Ratings. Ein Infoblatt mit Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten der Fundämter lässt sich abrufen und ausdrucken. "Beim Abholen muss die jeweilige Person nur noch den Eigentumsnachweis erbringen. Um den Missbrauch sehr gering zu halten, werden die Personalia aufgenommen", so Kronberger.

Für die Gemeinden hält sich dank fundamt.gv.at der bürokratische und technische Aufwand in Grenzen. Der Zugriff auf die Anwendung auf Basis neuester Microsoft-Technologie erfolgt ausschließlich mit dem Internet-Browser. Die jährliche Nutzungsgebühr sei gering, so der IT-Experte.

Diverse Businesspartner
In einer nächsten Phase sollen Bilder in das System integriert und so genannte Businesspartner stärker miteinbezogen werden. Konkret handelt es sich dabei u.a. um Banken, Einkaufszentren, Flughäfen, die Bundesbahnen und Mobiltelefonprovider. Dazu ein paar Zahlen: In Österreich werden jährlich 250.000 Handys hauptsächlich nach Verlusten gesperrt. Am Airport Schwechat gibt es allein im Bereich Parkhaus bis zum Duty-Free-Bereich 9.000 Funde pro Jahr. Und im Bus- und Bahnnetz bleiben 20.000 Gegenstände jährlich liegen.

Nach einem Jahr (früher waren es drei Jahre) darf die Behörde nicht beanspruchte Fundgegenstände verwerten. Man denkt an eine Versteigerung über one.two.sold. Der Erlös geht an die Gemeinden.

Weitere Informationen:

  • Fundamt.gv.at

    30.1.2003 12:03