Dienstag, 28. Jänner 2003

US-Regierung plant Computer-Netz gegen Bioterror

  • System durchsucht Datenbanken nach Anzeichen für Seuchen

Die US-Regierung richtet ein Computernetz ein, um Terroranschläge mit Biowaffen frühzeitig zu erkennen. Wie die New York Times berichtet, wird das Center of Disease Control (CDC) in acht US-Städten ein System aufbauen, das Befunde aus Arztpraxen und Notaufnahmen von Spitälern sowie den Verkauf von bestimmten Medikamenten überwacht, um frühzeitig eine Warnung vor dem Ausbruch einer Seuche zu erhalten.

Das System der Gesundheitsbehörden durchsucht zivile medizinische Datenbanken nach typische Symptomen für den Ausbruch einer Seuche. Die CDC erhofft sich damit eine Frühwarnung bei Angriffen mit Pocken oder Milzbrand. Daneben kann das System aber auch für die Früherkennung von natürlichen Epidemien wie Grippe genutzt werden, argumentieren die Befürworter des Systems. Um die Bedenken von Datenschutzorganisationen zu zerstreuen, werden keine Personen erfasst. Stattdessen werden nur die Krankheitssymptome, das Alter der Patienten, Geschlecht und Postleitzahl erhoben.

Kritik von Datenschützern
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte das Pentagon mit dem Aufbau eines Überwachungssystems begonnen, das die medizinischen Daten von Mio. US-Bürgern sammelte. Prompt riefen diese Bemühungen bei den Datenschützern heftige Kritik hervor. Das Projekt wurde daher an zivile Stellen übertragen, zumal das Pentagon wegen dem Total Information Awareness-Programm schon im Visier des Senats und der Datenschützer gekommen ist. Die näheren Details zu dem Überwachungssystem soll Präsident George Bush morgen, Dienstag, in einer Ansprache an die Nation bekannt geben. (pte.at)

Weitere Informationen:

  • CDC-Website

    28.1.2003 10:39