Dienstag, 28. Jänner 2003

Wurm behindert weiter den Internet-Verkehr

  • "SQL Slammer" trifft im besonderen Südkorea

Noch keine endgültige Entwarnung: Der Computer-Wurm "SQL Slammer" hat auch am Montag weltweit für massive Behinderungen im Internet gesorgt. Nach Einschätzung von Experten könnte sich der Schädling in Teilen des Netzes noch weiter verbreiten.

Besonders stark betroffen war Südkorea, das Land mit den meisten schnellen Breitband-Internetzugängen weltweit. Da dort zwei Drittel des Börsenhandels über das Web abgewickelt werden, fiel das Handelsvolumen am Montag auf seinen tiefsten Stand seit 13 Monaten. Experten bewerteten den Wurm als die schädlichste Attacke im Internet seit 18 Monaten.

Wurm zerstört keine Daten
"SQL Slammer" befällt Server, die unter der Software SQL Server 2000 von Microsoft laufen. Der Wurm - mit 376 Bytes entspricht seine Größe nach Expertenangaben gerade einmal der "Betreff"-Zeile einer E-Mail - zerstört keine Daten. Durch seine Verbreitung belastet er vielmehr den Verkehr in Netzwerken und verlangsamt so etwa das Übertragen von Dateien. Sein Ursprung ist bisher unbekannt. In isolierten Bereichen des Internets werde der Wurm noch einige Tage weiterwirken, sagte Graham Cluley von der Computer-Sicherheitsfirma Sophos Antivirus in Großbritannien.

Europa am Montag weitgehend verschont
Europa war am Montag weniger betroffen als die USA. Der Europa-Geschäftsführer der Computer-Sicherheitsfirma Trend Micro, Raimund Genes, sagte, mehr als 1.200 US-Unternehmen hätten sich wegen des Problems an seine Firma gewandt, aber nur 40 aus Asien und sieben aus Europa. Montag Mittag sei die Quote von Datenverlusten im Internetverkehr bei fast 20 Prozent gelegen. Das sei rund doppelt so hoch wie sonst.

Patch von Microsoft
"SQL Slammer" verbreitete sich nicht wie viele andere Würmer über E-Mails, sondern über Netzwerkverbindungen. Microsoft hat auf seiner Website einen so genannten Patch bereitgestellt, die die Sicherheitslücke in SQL Server 2000 schließen soll.

Südkorea: "Ernstes Problem"
Südkoreas Präsident Kim Dae Jung bezeichnete den Wurm in einer Mitteilung als ein ernstes Problem. Der Verband südkoreanischer Versicherungen teilte mit, seine Mitglieder müssten für entstandene Schäden rund eine Milliarde Won (etwa 790.000 Euro) zahlen. Südkoreanische Behörden und die US-Bundespolizei FBI kündigten die Einleitung von Ermittlungen an.

Weitere Informationen:

  • Microsoft-Website

    28.1.2003 09:11