US-Wirtschaft hat sich 2002 kräftig erholt!
- Aber Delle im vierten Quartal
- Ökonomen erwarten rasche Wiederaufnahme des Wachstums
Die US-Wirtschaft hat sich 2002 vom Einbruch im Vorjahr kräftig erholt. Allerdings schwächte sich der Aufschwung zum Jahreswechsel hin deutlich ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte im Gesamtjahr real um 2,4 Prozent, deutlich mehr als 2001 mit lediglich 0,3 Prozent. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington bekannt. Mit diesem Wachstum liegt die US-Wirtschaft deutlich über der deutschen, die im abgelaufenen Jahr mit einem Wachstum von 0,2 Prozent nur knapp an einer Rezession vorbeischrammte.
Im vierten Quartal 2002 legte die US-Wirtschaft allerdings nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,7 (Vorquartal: 4,0) Prozent zu. Das war weniger als die erwarteten 0,9 Prozent und bedeutet das schwächste Wachstum seit dem dritten Quartal 2001, als die US-Ökonomie in der Rezession steckte.
Die Statistiker weisen allerdings darauf hin, dass die Daten für das Schlussquartal nur auf vorläufigen Schätzungen basieren. Eine neue Berechnung soll Ende Februar vorgelegt werden.
Dämpfer am Erholungskurs
Ökonomen erwarten, dass die Abschwächung nur ein vorübergehender Dämpfer auf dem Erholungskurs bleibt. Laut Handelsministerium bremsten die schwächsten Verbraucherausgaben in fast einem Jahrzehnt das Wachstum. Sie stiegen mit einer Jahresrate von 1,0 Prozent, der geringsten seit dem ersten Quartal 1993. "Wir werden Mitte des Jahres sehr viel besser abschneiden", sagte Carl Tannenbaum, der Chefökonom der LaSalle-Bank, der Wirtschaftagentur Bloomberg. Er rechne schon im laufenden Quartal mit einem Wachstum von 2,7 Prozent.
Die niedrigen Zinsen und das geplante Steuersenkungsprogramm der Regierung würden für eine Belebung sorgen, "und alle von uns hoffen, dass die Situation im Irak geklärt wird". Trotz anhaltender Konjunkturschwäche teilt die US-Notenbank die positive Einschätzung. Sie hatte am Mittwoch die Leitzinsen unverändert gelassen. Der Satz für Tagesgeld bleibt bei 1,25 Prozent, dem niedrigsten Stand seit 1961.
Verbraucher und Unternehmen hielten sich mit Ausgaben angesichts des gestiegenen Ölpreises und der "geopolitischen Risiken" zurück, hielt die Notenbank fest. Sobald die Lage sich entspanne, werde sich das Klima jedoch dank der bereits niedrigen Zinsen und weiterhin hoher Produktivitätszuwächse verbessern.
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