Donnerstag, 30. Jänner 2003

Preiserhöhung: Bier wird im Frühjahr teurer!

  • Brau-Union hebt Preise im März/April um bis zu 6 Prozent an
  • Österreicher trinken durchschnittlich 109 Liter Bier pro Jahr

Die österreichischen Biertrinker müssen sich im Frühjahr auf höhere Preise einstellen. Der Marktführer Brau-Union Österreich hebt voraussichtlich im März, April die Preise je nach Sorte um bis zu 6 Prozent an. 2002 ist der Verbrauch pro Kopf erstmals seit Jahren wieder gestiegen und zwar um 1,8 Prozent auf 109,3 Liter.

Momentan werde noch "hart gerechnet". Es werde aber "vor der Schneeschmelze Preisanpassungen geben müssen", kündigte Johann Sulzberger, Vorstand der Brau-Union Österreich, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an. Die Preiserhöhungen des Marktführers werden je nach Marke, Gebinde oder Sorte sehr unterschiedlich ausfallen, bei einzelnen Produkten sei es auch denkbar, das sich gar nichts ändert. Auf einen Durchschnittswert wollte der Vorstand sich heute noch nicht festlegen, die Spanne gehe von 0 bis 6 Prozent.

Beschaffungs- und Energiekosten
Grund für die anstehende Preiserhöhung sind höhere Beschaffungskosten, bei Gerste und Energie gehe es weiter nach oben. Im Euro-Bargeldeinführungsjahr 2002 war Bier nicht teurer geworden. 2002 sei aber die zur Malzerzeugung eingesetzte Gerste um 7 Prozent teurer bezogen worden als im Jahr 2001, wegen Ernteausfällen in wichtigen Anbauregionen sei der derzeitige Weltmarktpreis neuerlich um 15 Prozent gestiegen, hieß es heute. Auch der 2002 verwendete Hopfen sei um 10 Prozent kostspieliger gewesen als 2001. Um durchschnittlich 2 bis 3 Prozent angestiegen sind zudem die Einkaufspreise von Verpackungsmitteln (Flaschen, Dosen, Etiketten).

Die österreichischen Bierhersteller räumen ein, dass Preissteigerungen auf jeder Schiene immer schwierig umzusetzen seien, da hätten Brauer und Handel das gleiche Problem. Seit Anfang der 90er Jahre seien die Endverbraucherpreise für Bier im Handel in Österreich de facto gleich geblieben. "Die Bierpreiserhöhungen der letzten Jahre wurden einfach nicht umgesetzt", stellt die Brau Union Österreich fest, was auch ein Vergleich zwischen VPI und Bier-Endverbraucherpreis ergebe.

2002: Bier-Absatz ist angestiegen
In Österreich wird wieder mehr Bier getrunken: 2002 ist der Verbrauch pro Kopf erstmals seit Jahren wieder gestiegen und zwar um 1,8 Prozent auf 109,3 Liter. Nach Ausstoßrückgängen in den Jahren 2000 und 2001 gab es für den heimischen Biermarkt im vergangenen Jahr ein Plus von 1,4 Prozent auf 8,4 Mio. Hektoliter. Diese Zahlen nannte Marktführer Brau Union Österreich unter Berufung auf den Brauereiverband. Die Brau Union Österreich selbst konnte 2002 im Inland mehr Bier verkaufen und dabei auch mehr erlösen.

Den Gesamtumsatz (Bier und sonstige Getränke) steigerte das Linzer Unternehmen um 0,7 Prozent von 581 auf 585 Mio. Euro. Mit 476 Mio. Euro lagen die Bierumsätze in Österreich um 1,3 Prozent über dem Vorjahr. Bei sonstigen Getränken wurde ein 9,2-prozentiges Umsatzplus auf 59 Mio. Euro verbucht. Die Getränkerlöse im Inland stiegen um 2,1 Prozent auf 535 Mio. Euro.

Absatzplus
Bei Bier kam die Brau Union Österreich im Inland auf ein Absatzplus von 1,9 Prozent auf 4,82 Mio. hl, der Getränkeverkauf nahm um 0,9 Prozent auf 5,78 Mio. hl zu.

Im Handel konnte die Brau Union Österreich ihren Marktanteil um 1,5 Prozentpunkte auf 58,3 Prozent erhöhen. Zu den vier absatzstärksten Biermarken im heimischen Lebensmittelhandel zählen Gösser, Zipfer, Schwechater und Puntigamer.

Weniger Beschäftigte
Die Anzahl der in der Brau Union Österreich beschäftigten Leute ist 2002 im Jahresdurchschnitt - durch natürliche Fluktuation, wie es hieß - um 1,6 Prozent von 2.431 auf 2.392 Mitarbeiter zurückgegangen.

30.1.2003 11:34