Donnerstag, 30. Jänner 2003

US-Notenbank lässt Zinsen unverändert

  • Trotz Konjunkturschwäche
  • Fed verweist auf gestiegenen Ölpreis und 'geopolitische Risiken'

Trotz anhaltender Konjunkturschwäche hat die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen. Der Satz für Tagesgeld bleibt damit bei 1,25 Prozent, dem niedrigsten Stand seit 1961, teilte der Offenmarktausschuss in Washington mit. Verbraucher und Unternehmen hielten sich mit Ausgaben angesichts des gestiegenen Ölpreises und der "geopolitischen Risiken" zurück, hielt die Notenbank fest. Sobald die Lage sich entspanne, werde sich das Klima jedoch dank der bereits niedrigen Zinsen und weiterhin hoher Produktivitätszuwächse verbessern.

Der Aufschwung, der sich Anfang vergangenen Jahres in den USA andeutete, hat sich merklich abgeschwächt. Nach drei Quartalen mit robustem Wachstum gehen die Statistiker nur noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent (auf hochgerechneter Jahresbasis) in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres aus. Die Stimmung ist gedrückt. Die Arbeitslosenquote ist mit sechs Prozent so hoch wie seit acht Jahren nicht mehr, das Verbrauchervertrauen sackte auf den tiefsten Stand seit neun Jahren.

Zinsen seit 2001 zwölf mal gesenkt
Die Notenbank hatte die Zinsen seit Anfang 2001 zwölf mal gesenkt, zuletzt im November um 0,50 Prozentpunkte. Volkswirte verweisen darauf, dass sich eine Zinssenkung erst mit mehrmonatiger Verzögerung auf die Konjunktur auswirken kann. Die Notenbanker wollten abwarten, ob der Zinsschnitt vom November die Investitionen der Unternehmen und Verbraucherausgaben nicht genügend ankurbele.

30.1.2003 08:36