"Adaptierte" Zukunftsvorsorge soll ein Renner werden
- Durchschnittliche Einzahlungssumme derzeit bei 1.000 € / Jahr
- Gesetzesänderung soll am 11. Februar in den Budgetausschuss
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Das Kanzler-Rezept zur Renten-Reform
Die "Reparatur" der neuen staatlich geförderten "Zukunftsvorsorge", mit der die dritte, private Säule der Altersvorsorge gestärkt werden soll, findet den Beifall der heimischen Finanzwirtschaft. Die Reform sieht vor, dass die verpflichtende Aktienquote bei der privaten Pensionsvorsorge von 60 auf 40 Prozent abgesenkt wird.
Mit der Reform, die auch Änderungen bei der Nachversteuerung im Auszahlungsfall vorsieht, sei die Basis für attraktive Produkte geschaffen worden, so der Obmann der Sektion Geld und Kredit in der Wirtschaftskammer, RZB-Chef Walter Rothensteiner.
Mehr Anbieter möglich
Mit dem neuen Gesetz werde ein breiter Anbieterkreis geschaffen. Die Veranlagung der Zukunftsvorsorgebeiträge darf dem neuen Gesetz zufolge von Pensionsinvestmentfonds, Versicherungen mit Sitz in einem EWR-Vertragsstaat und Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) erfolgen.
Ein Umschichtung des ebenfalls staatlich geförderten Bausparens durch die Zukunftsvorsorge sieht Rothensteiner nicht. Es sei ein guter Mix der neuen Produkte mit dem Bausparen zu erwarten.
Die Grenzen des Umlage-Systems
Das Umlagesystem der ersten - gesetzlichen - Säule des Pensionssystems stoße in seiner heutigen Form an seine Grenzen, es sei daher äußerst wichtig, dass es in Österreich nun ein attraktives Vorsorgeprodukt für die dritte Säule als Ergänzung gebe, so Richard Schenz, Kapitalmarktbeauftragter der Bundesregierung. Der positive Einfluss auf den österreichischen Kapitalmarkt sei ein wesentlicher Aspekt des Produktes. Die Unternehmen könnten mit Kapital ausgestattet werden, dadurch werde das Innovations- und Expansionspotenzial gestärkt, neue Arbeitsplätze geschaffen und somit auch das Umlagesystem wieder gestützt.
Der Impuls für das Handelsvolumen an der Wiener Börse werde bei rund 500.000 Abschlüssen pro Jahr nach "moderater" Berechnung bei 5 Prozent liegen. Das neue Produkt sei jedenfalls keine "eierlegende Wollmilchsau" (sprich: Kein Alleskönner), sondern ein "eierlegendes Huhn" (praktisch und gut), so Schenz.
Impulse für den Aktienmarkt
Andreas Zakostelsky, Geschäftsführer der Raiffeisen Capital Management, rechnet damit, dass bei der 40-prozentigen Aktienquote die Stimulanz für die Umsätze der Wiener Börse nach zehn Jahren bei 8 bis 10 Prozent liegen dürften. Veranlagt wird derzeit in österreichische Aktien, mit dem EU-Beitritt kommen aber auch die Börsen von Mittelosteuropäischen Ländern dazu.
Bei den Kunden dürfte die Zukunftsvorsorge ein Renner werden. Bei der Wiener Städtischen seien bereits nach einigen Verkaufstagen 1.000 Anträge eingegangen.
Gültig ab 11. Februar
Die Gesetzesänderung soll am 11. Februar den Budgetausschuss passieren. Die Aktienquote von 40 Prozent des eingezahlten Kapitals plus Prämie wird nach einem Jahresdurchschnittswert berechnet, wobei den Unternehmen allerdings noch zwei Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres Zeit eingeräumt wird, um die Quote zu erreichen. Bei der Nachversteuerung kommt es ebenfalls zu Änderungen. Wird das Kapital nicht in eine Pension übergeführt, sondern herausgenommen, werden nun die Kapitalerträge deutlich gekürzt.
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