Samstag, 1. Februar 2003

"Rest der Welt" will Österreicher bei WM biegen

  • US-Boys und Norweger im Super G auf Jagd nach Medaillen
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Österreich gegen den Rest der Welt Teil eins: Der Herren-Super G beantwortet bei der WM in St. Moritz erstmals die Frage, ob das überhaupt stimmt und wenn ja ob der "Rest der Welt" stark genug ist, um bei einer Veranstaltung mit eigenen Gesetzen die rot-weiß-roten Favoriten zu biegen. Die Schweizer bauen inklusive Marco Büchel (LIE) auf ihren Heimvorteil, die Norweger auf ihre Routine und die US-Amerikaner darauf, dass sie bei Großereignissen am stärksten sind.

US-Titelverteidiger Daron Rahlves sieht sich zwar nicht als Favorit, traut sich aber durchaus eine Medaille zu. Der Überraschungs-Weltmeister von St. Anton hat zwar vor zwei Jahren Stephan Eberharter und Hermann Maier düpiert, seither aber in der Abfahrt (Sieg in Kitzbühel) die viel besseren Ergebnisse erzielt, im Super G ist er hingegen nie wieder auf das Podium gefahren. "Ich gehe hier also als Dark Horse an den Start, diese Rolle liegt mir ohnehin viel mehr", so Rahlves.

Brandgefährlicher Rahlves
Rahlves ist aber wie alle Amerikaner brandgefährlich und bestätigte das auch indirekt. "Ich habe mich insgesamt schon lange nicht mehr so gut gefühlt und weiß, dass ich verdammt schnell sein kann. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, St. Anton zu wiederholen." Erstaunlich genug ist, dass er wie Maier in St. Moritz noch nie gefahren ist. "Ich mache Hermann zum Favoriten, damit hat er jetzt den ganzen Druck", scherzte der Kalifornier.

Miller freut sich über Maier
Bode Miller wird in St. Moritz vermutlich alle fünf Rennen bestreiten, ist auf den WM-Pisten aber auch noch nie ein Speed-Rennen gefahren. "Ich erhoffe mir schon einige Medaillen, im Super G gehöre ich aber eher nicht zu den fünf Topläufern, die zu favorisieren sind", sagte der US-Star, der bisher bei allen Weltmeisterschaften Pech hatte. Zum Comeback von Maier meinte er: "Es ist wirklich super, dass er wieder zurück ist und auch gleich gewonnen hat. Ich respektiere ihn wirklich sehr."

Schweizer wollen Heimvorteil nützen
Im Lager der Schweizer, die mit den beiden Didiers Cuche und Defago zwei Super-G-Saisonsieger stellen, rechnet sich vor allem Cuche viel aus. Er sei zuversichtlich, den Österreichern am Sonntag eines auswischen zu können, sagte er. "Ich bin aber auch froh, dass bei der WM weniger Österreicher fahren als im Weltcup", scherzte Cuche. Seine Aussage von Adelboden, bei einem baldigen Sieg Maiers einiges am eigenen Training überdenken zu müssen, hat er revidiert. "Der Hermann fährt einfach in einer eigenen Kategorie."

Norweger mit großem Vorteil
Die großen "Unbekannten" sind wieder einmal die Norweger, die aber einen Riesen-Trumpf haben. Ihr Trainer Marius Arnesen setzt den Super G und damit einen maßgeschneiderten extrem drehenden Kurs. Schon am Samstag verriet Arnesen seinen Schützlingen, wo die Tore stehen werden.

Dazu kommt, dass die Norsker bei Großereignissen immer extrem stark sind. Kjetil-Andre Aaamodt hat seit Saalbach 1991 bei allen Großereignissen außer Nagano (Olympia) jeweils zumindest eine Medaille geholt und 40 Prozent seiner WM-Starts in den Top-Drei beendet. Wie Lasse Kjus hat er zehn WM-Medaillen zu Buche stehen, beide können damit in St. Moritz den Rekord des erfolgreichsten WM-Starters Marc Girardelli (11) übertreffen.

"Viele sind bei Weltmeisterschaften nervös, weil sie nur eine oder zwei Chancen haben. Ich bekomme fünf, kann es also ruhig angehen", so Aamodt. Kjus war zuletzt zwar wieder verkühlt, das ist er aber meist vor Großereignissen. Die Schuh-Probleme sind jedenfalls aussortiert und der 32-Jährige ist rechtzeitig wieder fit.

1.2.2003 13:08