Freitag, 31. Jänner 2003

Im "freien Fall" zu Abfahrts-Medaille

  • Steiler Starthang ist Herzstück der Herren-Abfahrt in St. Moritz
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In sechs Sekunden von Null auf 140 m/h, zwei Sekunden im freien Fall. Der spektakuläre Starthang ist das heraus ragende Merkmal der Herrenabfahrt bei der Ski-WM in St. Moritz. Konzipiert wurde er von Bernhard Russi. Der Ex-Olympiasieger aus der Schweiz ist seit langem Pistenexperte der FIS und zeichnete u.a. schon für die legendäre "Rattlesnake" 1989 in Vail verantwortlich.

Was die Kamelbuckel für Gröden, der Hundsschopf für Wengen oder der Steilhang für Kitzbühel ist, das ist der bezeichnender Weise "Freier Fall" benannte Starthang für die WM-Piste in St. Moritz. Russi hat sich für die spektakulärste aller möglichen Varianten entschlossen. Unterhalb des Piz Nair wurde eine Rampe gebaut, die an Steilheit alles überbietet, was bisher im Skisport befahren wurde. 100 Prozent Gefälle machen den Startschuss eben zum freien Fall.

"Geröllhalde" wurde zur Piste
Vier Mio Franken (Euro) wurden investiert, um in zwei Sommern mittels an Seilwinden hängenden Baggern eine "Geröllhalde" in eine Piste zu verwandeln. Für den Tourismus ist dieser Teil künftig natürlich nicht verwendbar, denn er ist nur über einen speziellen Ausstieg aus der Gondelbahn zu erreichen.

Angeseilt zum Start
Der Start ist so exponiert, dass Bergführer eingesetzt werden müssen, um Personal und Rennläufer zu sichern. Wird ein Rennläufer abgewunken und muss nochmals zum Start, wird er mit einem Helikopter auf eine über dem Start liegende Plattform geflogen, dort angeseilt und von Alpinexperten zum Start geführt.

Fahrzeit rund 100 Sekunden
Irgendwie steht der Starthang deshalb etwas im Widerspruch zur restlichen Charakteristik der 2.989 langen Corviglia-Piste, denn nach dem "Freien Fall" folgt ein eher unspektakuläres Gleitstück, erst im unteren Teil kommen die schwierigen Kurven und einige Sprünge, die bis zu 50 m weit gehen. In Summe konnte aber die 800 m Höhendifferenz gerade eingehalten werden, die Fahrzeit beträgt nur um die 100 Sekunden.

Bei den Damen geht es bergauf
Ähnlich geht es auf der direkt daneben liegenden Damenabfahrt "Engiadina" zu. Zwar ist auch hier der Starthang steil, dann folgt aber ein extremes Gleitstück und nach etwa 30 Fahrsekunden sogar ein Streckenteil, bei dem es förmlich bergauf geht.

31.1.2003 15:17