David Zwilling stahl 1974 in St.Moritz allen die Schau
- Abfahrtsgold auch für Moser-Pröll und Kombi-Sieg für Klammer
·ÖSV-Medaillen
Durchklicken: WM- Helden seit 1931!
·WM-Legenden
Sailer mit 7 x Gold am erfolgreichsten
·227 Medaillen!
Österreich führt ewige Bilanz klar an
·St. Anton 2001
Österreich holte
11 Medaillen
St. Moritz. Der Schweizer Nobel-Skiort, in dem am Samstag die 37. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften eröffnet werden, war bereits 1974 WM-Schauplatz und ruft damit wieder große ÖSV-Erfolge vergangener Tage in Erinnerung. Annemarie Moser-Pröll, Franz Klammer und David Zwilling holten vor 29 Jahren drei WM-Titel. Sensationell war vor allem der Abfahrts-Erfolg des damals 24-jährigen Salzburgers, der auf der 3.210 m-Strecke vom Piz Nair Pitschen mit dem Sieg in der Königsdisziplin den größten Erfolg seiner Karriere verzeichnete.
Er gewann mit einem Schnitt von knapp 99 kmh sowie 1,03 Sekunden Vorsprung auf den damals noch nicht so berühmten Franz Klammer und mit 1,18 auf den Liechtensteiner Willi Frommelt. Für Zwilling, der im Weltcup nur zwei Riesentorläufe gewann, sollte dies der einzige Abfahrtserfolg bleiben, Klammer schlug hingegen insgesamt 25 Mal im Weltcup zu und holte sich zwei Jahre später in Innsbruck in unvergessener Art und Weise den Olympiasieg.
Klammer als Kombi-Sieger
In St. Moritz hielt sich der Kärntner mit Gold in der Dreier-Kombination schadlos, wozu ihm ein zehnter RTL-Rang und ein 20. im Slalom (mit 9,33 Sekunden Rückstand auf Sieger Gustav Thöni) verhalfen. Klammer war erst während der WM überhaupt zum Kombinierer ernannt worden, eine weise Entscheidung des damaligen Sportchefs Toni Sailer, dem u.a. Karl Kahr, Ernst Hinterseer und Heini Messner zur Seite standen.
Hansi Hinterseer disqualifiziert
Thöni gewann den Torlauf mit 78 Hundertstel vor dem nach seinem Abfahrts-Coup euphorischen Zwilling und mit 1,58 vor dem Spanier Francisco Fernandez-Ochoa, der damit seinen Olympiasieg von Sapporo mit Verspätung bestätigte. Der zunächst als "Bronzener" gehandelte Hansi Hinterseer wurde später wegen eines Torfehlers disqualifiziert.
Grissmann flog von der Piste
Der "Schweiger aus Trafoi" triumphierte auch im Riesentorlauf. Vor Hinterseer, der sich Thöni um 96 Hundertstel geschlagen geben musste. Der in den folgenden Jahren überragende Schwede Ingemar Stenmark landete nur auf Rang neun, Zwilling wurde als Fünfter etwas umstritten disqualifiziert, sonst hätte er überlegen Kombi-Gold gewonnen. Die Schweizer gingen übrigens bei den Herren völlig leer aus. Ihr größter Trumpf, Abfahrts-Topfavorit Roland Collombin, flog von der Piste. Ebenso wie auch der im Training so starke Werner Grissmann (Startnummer eins), der ein Jahr vorher in St. Moritz seinen einzigen Weltcupsieg gefeiert hatte.
Moser-Pröll triumphierte in der Abfahrt
Fünf Medaillen (zwei Mal Gold, drei Mal Silber) durch die ÖSV-Herren standen drei Stück bei den Damen (einmal Gold, zwei Mal Bronze) gegenüber. Den wohl gerechtesten Titel in der alpinen Ski-Geschichte holte sich damals Annemarie Moser-Pröll mit ihrem Triumph in der Abfahrt vor der Kanadierin Elizabeth Clifford (0,94 Sek. zurück) und ihrer Landsfrau Wiltrud Drexel (1,31). Monika Kaserer als Vierte (1,56) und damit drittbeste Österreicherin war auch noch schneller als Marie-Theres Nadig (5./1,63), die zwei Jahre zuvor bei Olympia in Sapporo "Annamirl" in der Abfahrt und im Riesentorlauf Gold weg geschnappt hatte.
Nur eine Medaille für die Schweiz
Die Französin Fabienne Serrat holte sich RTL-Gold (Moser war Vierte) und in der Kombination (Bronze für Kaserer), Hanni Wenzel aus Liechtenstein Platz eins im Slalom (Moser schied schon im ersten Lauf aus), Kaserer war als beste ÖSV-Läuferin Siebente, Lise-Marie Morerod sorgte als Dritte für die einzige Schweizer Medaille bei "ihren" Weltmeisterschaften.
Olympische Spiele 1948
In St. Moritz gab es schon 1934 (ohne österreichische Beteiligung) Welttitelkämpfe, die viele Jahre später als Weltmeisterschaften anerkannt wurden, sowie Olympische Spiele 1928 (ohne Skirennen) und 1948. Trude Beiser eroberte 1948 für Österreich Gold in der Kombination und Silber in der Abfahrt. Franz Gabl fuhr ebenfalls mit Abfahrtssilber nach Hause, Bronze gab es für Resi Hammerer in der Abfahrt und für Erika Mahringer in der Kombination. Nur Abfahrt und Slalom und die daraus folgende Kombination standen auf dem Programm.
