Dienstag, 28. Jänner 2003

Maier konnte auf ein rundum perfektes Team zählen

  • "Habe noch nie einen Menschen gesehen, der so viel aushält"
  • Gratulieren Sie dem Herminator zu seinem Sensationserfolg!

Ein kleines, aber feines Team aus Medizinern, Wissenschaftlern und Freunden hat Hermann Maier auf seinem Weg zurück durch alle Höhen und Tiefen begleitet. Neben seiner eigenen unglaublichen Willensstärke hat der "Herminator" sein Comeback perfekter Organisation und bestem Know-How zu verdanken - einer Mischung, die im Hintergrund von Artur Trost (Leiter des UKH Salzburg), Heini Bergmüller (Direktor des Olympia-Stützpunktes Obertauern), Harald Aufmesser (Medizinischer Leiter in Obertauern) und Maiers Privattrainer Andreas Evers perfekt gemixt wurde.

Aufmesser und Bruder Werner waren die Ersten am Unfallort, schon dort verhielt sich Maier "trotz eines erschütternden, ersten Eindrucks" (Aufmesser) bei der Erstversorgung vorbildlich. Indirekt hat Maier bereits wenige Augenblicke nach dem Motorradunfall sein Sensations-Comeback angekündigt, denn die ersten Worte des Salzburgers zu Aufmesser waren in dessen Radstädter Privatklinik, die unmittelbar beim Unfallort liegt: "Ich bin schuldlos Harald, jetzt schreiben wir eine neue Geschichte, wann kann ich wieder zurück kommen?" Eine Geschichte, die am Montag vorerst im Super-G-Sieg von Kitzbühel gipfelte, und an die Aufmesser stets geglaubt hat.

Ein sportliches Wunder
"Denn Maier ist eine unglaubliche Natur. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so viel aushält. Sein Wille ist einzigartig." Deswegen will Aufmesser auch nicht vom viel zitierten medizinischen Wunder sprechen. "Sportlich war es ein Wunder, medizinisch nicht." Dennoch hing alles an einem seidenen Faden. "So eine Verletzung ist immer lebensgefährlich. Der Hermann bekam danach noch massive Ergüsse im Gesäßbereich, dadurch bestand sogar Lähmungsgefahr", berichtete Aufmesser von den bangen Stunden.

Ein absoluter Musterpatient
Was auf dem medizinischen Sektor für Maier die Herren Trost, der in Salzburg die Operation vornahm, und Aufmesser bedeuteten, stellte in trainingstechnischer Hinsicht der Olympiastützpunkt Obertauern mit Heini Bergmüller dar. Auch er schwärmte vom Maier-Willen, der in Obertauern genauestens dokumentiert ist: "Wir haben drei oder vier Ordner mit allen Daten angelegt. Maier ist ein absoluter Musterpatient."

Freund als Privattrainer
Der gute Freund in schwierigen Stunden war für Maier sein Privattrainer Andreas Evers, der sich seit vier Jahren auf Wunsch des ÖSV-Superstars persönlich um ihn kümmert. Maier und Evers spielten in ihrer Jugend jahrelang gemeinsam Fußball, auf Grund der engen Freundschaft ging der Motorradunfall dem ÖSV-Coach besonders nahe: "Zuerst hab ich nur gehofft, dass er überlebt und dass das Bein dran bleibt. Danach hab ich einfach versucht, viel für ihn da zu sein."

Spaß am Skifahren wieder da
Das Skifahren kam dabei an letzter Stelle, wurde erst wieder langsam aufgebaut. "Wir wollten ihm wieder langsam den Spaß am Skifahren vermitteln." Mittlerweile ist der Spaß wieder da und Maier noch unsterblicher als zuvor. Eine Tatsache, die den Marktwert des "Herminators" in unglaubliche Höhen schnellen ließ. Raiffeisen-Marketingchef Leo Pruschak schätzt diesen auf 13 Millionen Euro.

28.1.2003 13:57