Freitag, 31. Jänner 2003

Hannawald gelingt Revanche bei Fliegen am Kulm

  • Samstag: Liegl vor 'Hanni'; Sonntag: 'Hanni' vor Liegl
  • PLUS: Alle Details zum Skiflug-Wochenende am Kulm!

Sven Hannawald hat am Sonntag auf dem Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz im zweiten Skiflug-Bewerb den Spieß umgedreht: Der Deutsche segelte auf 195 und 196,5 Meter und gewann mit exakt dem gleichen Vorsprung, also 7,6 Zähler, auf den Österreicher Florian Liegl (190,0/198,5 m). Dritter wurde der Finne Matti Hautamäki. Für Liegl war es bereits der insgesamt sechste Podestplatz in dieser Saison, für den ÖSV war es der 25. Janne Ahonen behielt hauchdünn um nur einen Punkt das Gelbe Trikot des Weltcupleaders vor Adam Malysz, Liegl ist hinter Andreas Widhölzl bereits auf Platz fünf vorgestoßen.

"Ich bin froh, dass ich das durchgekriegt habe. In dieser Saison können so viele gewinnen", freute sich Hannawald über seinen fünften Saison- bzw. den 17. Weltcup-Sieg überhaupt. Der zweifache Skiflug-Weltmeister lobte auch Florian Liegl: "Da muss man schon den Hut ziehen, wenn Einer bei seinen ersten Skiflug-Bewerben gleich zwei Mal auf dem Podest steht."

Liegl selbst war mit seinem neuerlichen Spitzenrang freilich hochzufrieden. "Ich habe mir gestern schon gedacht, dass Sven heute angreifen wird. Im ersten Durchgang habe ich eigentlich meinen besten Sprung gezeigt, letztlich habe ich vielleicht auch nicht das nötige Glück gehabt. Aber trotzdem: Es ist nicht schlecht, wenn man von einem Hannawald geschlagen wird", sagte der 20-jährige Innsbrucker.

Bereits in der Qualifikation war es einem der "jungen Wilden" des ÖSV-Teams doch tatsächlich gelungen, den ausgezeichneten Schanzenrekord von Sven Hannawald vom Freitag (214 m) zu toppen. Hakuba-Sieger Christian Nagiller landete bei unglaublichen 220 Metern im Flachen, leider ging dem Tiroler aber die Bindung des rechten Skis auf. Er versuchte zwar alles, um auf einem Ski über die Sturzlinie zu kommen, der Flug wurde aber von der Jury als gestürzt gewertet. Der Rekord von Hannawald bleibt damit aufrecht. "Es ist ganz nett, 220 m weit zu fliegen", meinte "Nagi" danach cool. Der Druck, der auf ihm im Radius gelastet sei, wäre gar nicht so schlimm gewesen, wie man glaube. Allerdings herrschte im ÖSV-Team Einigkeit darüber, dass man diesen Flug als Rekord hätte werten müssen. "Es ist schon schade, aber dann mach' ich in Planica vielleicht was", strotzt Nagiller vor Selbstvertrauen.

Für Nagiller, der im Bewerb mit verkürztem Anlauf immerhin Neunter wurde und damit ein weiteres Top-Ten-Ergebnis schaffte, blieb das "Trostpflaster", dass er sich erstmals in die Top 15 des Weltcups schob und damit bei der WM-Generalprobe in Willingen als einer von sechs ÖSV-Adlern am kommenden Wochenende fix qualifiziert ist. "Das war auch ein Ziel von mir." Für Andreas Widhölzl, am Samstag Sechster, wurde es am zweiten Flugtag der siebente Rang. Er sprach schon von Willingen. "Da werde ich hoffentlich wieder stärker sein. Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Wir haben vor der WM noch einiges zu machen im Trainings- und Materialbereich."

Kein erfreuliches Ende seiner Kulm-Karriere hatte Andreas Goldberger. Der Skiflug-Weltmeister von 1996 auf dieser Schanze erwischte bei unterschiedlichen Bedingungen ebenso wie auch Martin Höllwarth und Andreas Kofler viel Rückenwind. Dieses Trio musste dadurch im Finaldurchgang zuschauen. Reinhard Schwarzenberger (22.) und Martin Koch (28.) holten hingegen noch Weltcup-Punkte.

31.1.2003 15:29