Karin Mayr siegte in Gent mit 23,24 über 200 m
- Über 60 m wegen Fehlstarts disqualifiziert

Karin Mayr hat am Sonntag zum Abschluss ihrer ersten Hallen-Wettkampf-Serie in Gent ihren Zeitlauf über 200 m in überlegener Manier in 23,24 Sekunden gewonnen. Die Hallen-Vizeeuropameisterin aus Niederösterreich ließ Freiluft-EM-Finalistin Alenka Bikar aus Slowenien (23,55) sowie der Italienerin Manuela Levorato (23,61), EM-Dritte über 100 m in München, nicht den Funken einer Chance und lag bereits wenige Meter nach dem Start klar voran. In der Gesamtwertung der beiden Zeitläufe wurde Mayr hinter der Türkin Nora Ivanova-Güner (23,05) Zweite.
Während es über ihre Lieblingsstrecke souverän lief, schied die 31-Jährige über 60 m nach drei Siegen in Serie bereits im Vorlauf aus. Mayr wurde dabei die neue Regel des Weltverbandes (IAAF) zum Verhängnis, da sie für den zweiten Fehlstart verantwortlich zeichnete. Und da ab heuer nur noch ein einziger Fehlstart pro Rennen erlaubt ist, wurde Österreichs schnellste Frau disqualifiziert, obwohl der erste auf das Konto von Ivanova-Güner gegangen war. "In einem Vorlauf darf man keinen Fehlstart machen, denn Karin weiß um ihre Stärke und wäre locker ins Finale gekommen", kritisierte ihr Manager Robert Wagner.
Auch Mayr ärgerte sich "furchtbar" über den Fehlstart, der ihr die erste Saisonniederlage bescherte. "Ich habe mich geradezu dafür geniert. Es ist zum Weinen, denn heute wäre für mich der Rekord drin gewesen", erklärte die ÖLV-Rekordlerin. "Nach dem Rennen sind alle zu mir gekommen und haben auf die neue Fehlstartregel geschimpft."
Auch mit ihrem 200er war sie trotz des klaren Erfolges unzufrieden. "Ich wollte unter 23 Sekunden bleiben. Aber dafür hat der Druck von den Gegnerinnen gefehlt und außerdem hatte ich Probleme aus der Kurve heraus, da bin ich sehr weit nach außen gekommen. Vielleicht war ich auch ein bisschen vorsichtig, denn bei der Hallen-EM 2000 hat es hier sehr viele Stürze gegeben", betonte Mayr, die ihren nächsten Wettkampf am 18. Februar in Stockholm bestreitet. "Bis dahin gibt es wieder harte Trainingstage."
Stefan Matschiner (3:45,97 Min.) und Martin Pröll (3:47,43) belegten über 1.500 m die Ränge sechs bzw. sieben, der Sieg ging an den Ukrainer Iwan Heschko in 3:42,75 Minuten. Für das Highlight der Eröffnungsveranstaltung der lukrativen Energizer-Euro-Serie sorgte der Spanier Alberto Garcia. Der 3.000-m-Hallen-Europameister von Wien 2002 lief die 5.000 m in 13:11,39 Minuten und blieb damit mehr als neun Sekunden unter dem mehr als 27 Jahre alten Europarekord des Belgiers Emiel Puttemans, der am 10. Jänner 1976 in Pantin, in der Nähe von Paris, 13:20,8 Minuten für die selten gelaufenen 25 Hallenrunden benötigt hatte.
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