Montag, 27. Jänner 2003

VÖS-Asse haben sich in der Weltklasse fest verankert

  • Nach Kurzbahn-Triumphen mit Vorfreude auf die Langbahn
  • PLUS: Die Details zur Kurzbahn-EM

Die österreichischen Schwimm-Asse haben sich in den vergangenen zehn Tagen noch fester in der Weltklasse verankert. Auf den Europa-Stationen des Kurzbahn-Weltcups gab es in dieser Zeit durch Mirna Jukic und Maxim Podoprigora insgesamt fünf Siege, zwei Europarekorde und jeweils den Vorstoß auf Rang vier der All-Time-List über 200 m Brust sowie die Plätze fünf und sechs im Gesamt-Weltcup. Zudem erreichten andere VÖS-Athleten etliche Spitzenränge. Daraus ergeben sich erfreuliche Aussichten für die kommende Langbahn-Saison.

Dieses Fernziel hatten Jukic und Podoprigora stets vor Augen, als sie in den vergangenen zehn Wochen die anstrengende Weltcup-Serie sowie vielen tausend Flug-Kilometer absolviert hatten. Podoprigora-Coach Andrzej Szarzynski weiß, was das für eine Belastung ist: "Max war seit 15. November ununterbrochen in Spannung. Das wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern natürlich auch im Kopf aus." Für den Europarekordler wird es dennoch nur einige wenige Tage Regeneration geben, ehe es mit dem Langbahn-Training los geht.

Auf Kurzbahn noch Einiges möglich
Ein Schielen auf die Kurzbahn bleibt nach den jüngsten Erfolgen der beiden heimischen Sport-Größen aufrecht, nicht nur weil sie am Montag von VÖS-Präsident Ottmar Brix je zwei Philharmoniker-Münzen erhalten haben. Denn auf der 25-m-Bahn ist noch Einiges möglich. "Ich hab' mich seit meinem EM-Sieg bei der Wende kaum verbessert, nur bei der Reaktion und der Schnellkraft und damit beim Startsprung ging's vorwärts", liebäugelt Podoprigora mehr denn je mit der Verbesserung der noch 3,78 Sek. entfernten Weltrekordzeit des US-Boys Ed Moses.

Nun lockt der Langbahn-Weltrekord
Vorerst soll es aber auf der Langbahn mit dem großen Coup klappen, Szarzynski redet Klartext: "Die Erfolge auf der Kurzbahn von Max und Mirna sind schön, davon haben wir vor kurzem noch geträumt. Aber jetzt arbeiten wir wieder in Richtung Langbahn-Weltrekord. Max hat das schon bei der EM in Berlin drinnen gehabt, doch der Herrgott erlaubt das nicht immer." Podoprigoras österreichischer Rekord von der WM 2001 in Fukuoka ist ja mit 2:11,09 Minuten nur 1,12 Sekunden vom Weltrekord entfernt.

WM-Vorbereitung in Wien
Auf Grund der Steigerung auf der Kurzbahn scheint für den 24-Jährigen schon jetzt zumindest eine niedere Zehner-Zeit möglich. Doch dieses Potenzial haben freilich auch Andere. "Das Feld auf 200 m Brust ist unheimlich stark geworden", ist selbst Szarzynski überrascht. Die Vorbereitung auf die WM im Juli in Barcelona wird für Podoprigora vorerst in Wien ablaufen, im April soll ein Trainingscamp in wärmeren Gefilden folgen. Wettkämpfe gegen starke Konkurrenz im Mai und Juni werden gute Standortbestimmungen liefern.

Wieder ein Höhentrainingslager
Für Jukic sieht das Programm ähnlich aus, ihre einzigen Wettkämpfe bis Ende April sind die Kurzbahn-Meisterschaften in Wiener Neustadt und das WM-Qualifikations-Meeting in Linz. In der zweiten April-Hälfte folgt ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada. Mit dem Höhencamp auf dem Goldeck hat die Jukic-Crew ja gute Erfahrungen gemacht. "Mirna ist danach schon in Paris gut geschwommen. Nachdem sie vor Berlin einige Tage regeneriert hat, ist's jetzt noch besser gegangen", freute sich Trainer-Vater Zeljko Jukic.

Kurzbahn-EM in Dublin ist Pflichtprogramm
Auch für seine Tochter ist natürlich die Langbahn-WM bzw. Gold das große Ziel, die absolute Spitze auf der Kurzbahn lockt aber nun auch sehr. Ob die auf neun Stationen erweiterte Weltcup-Serie für die Österreicher im kommenden Winter wieder ein Thema ist, ist freilich fraglich. Die EM in Dublin zählt freilich zum Pflichtprogramm, doch sonst wird man sich vor den Olympia-Rennen auf der Athener Langbahn kaum zu sehr auf die 25-m-Bahn konzentrieren. Die Saison rund um die Wien-EM 2004 wäre für den nächsten Leistungssprung aber ideal.

27.1.2003 13:51