Havel verabschiedete sich von seinen Mitbürgern
- Ex-Präsident: "Bleibe als Mitbürger unter Euch"
Der scheidende tschechische Staatspräsident Vaclav Havel hat sich in einer Fernsehansprache von seinen Landsleuten verabschiedet. Er betrachte es als "Geschenk des Schicksals", dass er Zeuge und Teilnehmer vieler Umbrüche sowohl in seinem Land als auch in ganz Europa gewesen sei. Es sei kompliziert gewesen, nach Jahrzehnten des Unwetters alles wieder zusammenzusetzen, sagte Havel in Anspielung auf vier Jahrzehnte des Kommunismus in seinem Land.
In diesem Zusammenhang gestand Havel ein, dass er als Präsident neben den guten auch "schlimme Schritte" getan habe. "Dies sollen aber andere beurteilen", so Havel. Damit wolle er aber nicht sagen, dass er später nicht selbst versuchen werde, Zeugenschaft über seine Amtszeit abzugeben. Allerdings erfordere dies Zeit, Konzentration und Gesundheit.
Bedauern über fehlenden Nachfolger
Havel brachte gleichzeitig sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass es dem Parlament noch nicht gelungen sei, seinen Nachfolger zu wählen. "Das ist bitter, aber keine Katastrophe", meinte Havel. Er hoffe, dass es doch bald gelingen werde, einen neuen Präsidenten zu wählen.
Dank an Ehefrau
Zum Schluss der Ansprache bedankte sich Havel bei seiner Ehefrau Dagmar, die die Rolle der "First Lady" unter sehr ungünstigen Bedingungen gespielt habe, für deren Geduld und Solidarität. "Liebe Freunde, ich verabschiede mich von Ihnen als Ihr Präsident und bleibe als Mitbürger unter Euch", waren die letzten Worte Havels als Präsident.
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