Trauerfeier für "Columbia" - Bush: "Mutige Helden"
- "Amerikas Raumfahrt-Programm wird weiter gehen"
- Experten: Beschädigung beim Start besiegelte Tod der Crew

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Schäden am Flügel erkennbar
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Besatzung kehrt Anfang Mai heim
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Astronautin: Ich fühle mich gesegnet
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Experte warnt seit Jahren vor Unglück
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Die letzten Minuten der Columbia!
In Houston fand am Dienstag eine große Trauerfeier für die Austronauten, die bei dem Verlust des Shuttles "USS Columbia" starben, statt. US-Präsident George W. Bush würdigte die Opfer als "mutige Helden". Der Tod der Crew soll bereits 80 Sekunden nach dem Start besiegelt gewesen sein. Beim Lift-Off kam es zu einer Beschädigung am Hitzeschild der Columbia (Kasten 1 rechts), der "irreparabel" war. Die nun entdeckte Shuttle-'Nase' könnte weitere Aufschlüsse bringen.
Drei Tage nach dem Absturz der Raumfähre Columbia haben die USA mit einer offiziellen Trauerfeier der sieben getöteten Astronauten gedacht. "Unsere Nation teilt den Kummer und den Stolz" der Angehörigen der Astronauten, sagte US-Präsident George W. Bush vor etwa 10.000 Trauergästen im Johnson-Raumfahrtzentrum im texanischen Houston.
Zuvor hatte Bush bereits seinen Willen zur Fortsetzung des amerikanischen Raumfahrtprogramms bekräftigt. Bergungsmannschaften entdeckten ein großes Stück des Bugs der Columbia. Die US-Raumfahrtbehörde NASA geht inzwischen davon aus, dass die Panne beim Start des Shuttles am 16. Jänner das Unglück verursachte.
"Ihre Mission war fast beendet, und wir haben sie so kurz vor dem Ziel verloren", sagte Bush bei der Zeremonie. "Der Verlust war plötzlich und fürchterlich." Die sieben Astronauten hätten um die Risiken ihrer Aufgabe gewusst und diese im Dienste der Forschung bereitwillig in Kauf genommen, sagte Bush. Die ganze Menschheit stehe in ihrer Schuld. Er versicherte zugleich: "Das amerikanische Raumfahrtprogramm wird weitergehen." Bush und seine Frau Laura reisten gemeinsam mit Neil Armstrong, der als erster Astronaut den Mond betreten hatte, und US-Astronaut John Glenn nach Houston.
Prominente Trauergäste
An der Trauerfeier nahmen neben Angehörigen und Freunden der sieben getöteten Astronauten unter anderem auch NASA-Chef Sean O'Keefe und die Weltraumveteranen Armstrong und Glenn teil. O'Keefe sagte zum Auftakt der Feier, das Gefühl der Trauer um die Astronauten sei überwältigend. "Es ist unsere Pflicht, das Erbe der gefallenen Helden zu ehren, indem wir die Ursache für den Verlust der 'Columbia' und ihrer Besatzung herausfinden." Zahlreiche US-Bürger bekundeten ihr Mitgefühl mit den Familien der Opfer, indem sie Gedichte, Flaggen und Blumen an die Abzäunung des Geländes hängten.
Suche nach außerirdischem Leben
Die US-Regierung schlug unterdessen vor, den Etat des Raumfahrtprogramms im kommenden Jahr um 3,1 Prozent aufzustocken. Schwerpunkt der Erhöhung und der Forschung solle die Suche nach außerirdischem Leben sein, hieß es in dem Entwurf. Das Vorkommen von Leben außerhalb der Erde sei möglicherweise "näher an der Realität als wir bislang angenommen haben", hieß es weiter.
Shuttle-Nase entdeckt
Ein großes Stück der Shuttle-Spitze wurde nach Informationen des US-Nachrichtensenders Fox News am Montag nahe der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana entdeckt. Es sei in einem "ziemlich guten Zustand", sagte der örtliche Sheriff im texanischen Sabine County. Hunderte Ermittler und Freiwillige suchten in den beiden Bundesstaaten weiter nach Wrackteilen. Nach Behördenangaben ist das Trümmerfeld mehr als 1300 Quadratkilometer groß. Der Astronom Anthony Beasley sagte dem "San Francisco Chronicle", er habe beobachtet, wie die Raumfähre bereits über Kalifornien mehr als 2000 Kilometer vom Explosionsort entfernt ein glühendes Teil verlor.
Die Ermittlungen der NASA zur Ursache der Katastrophe konzentrierten sich weiter auf einen Schaden am Hitzeschild der US-Raumfähre. "Wir gehen von der Annahme aus, dass der Außentank der Ursprung des Problems ist, das zum Verlust der Columbia führte", sagte der Chef des NASA-Shuttle-Programms, Ron Dittemore.
Beim Start der Raumfähre Mitte Jänner hatte sich etwa 80 Sekunden nach dem Start ein Stück der Hartschaum-Isolierung des Tanks gelöst und den linken Flügel des Shuttles gestreift. Dittemore bezeichnete die Hypothese als "drastische" Arbeitsannahme. Noch sei das "fehlende Glied in der Kette" aber nicht gefunden, und es sei nicht auszuschließen, dass die Ursache für die Katastrophe nie geklärt werden könne.
Die Columbia war am Samstag kurz vor ihrer geplanten Landung beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerborsten und in fast 62 Kilometern Höhe über dem US-Bundesstaat Texas zu großen Teilen verglüht.
Ein NASA-Experte meint: Auch wenn der Schaden (der mit größter Wahrscheinlichkeit durch einen Unfall beim Start ausgelöst wurde) rechtzeitig erkannt worden wäre - die Crew flog ihrem sicheren Tod entgegen! Eine Rettung durch den Umstieg der Crew in ein anderes Raumschiff sei, so heißt es, aus technischen Gründen gar nicht möglich.
"Selbst wenn die NASA die beim Start aufgetretenen Risse bemerkt hätte, hätte sie nichts tun können", hieß es.
Israel will die USA um die Ausbildung eines zweiten Astronauten bitten. Das Land wolle Partner im NASA-Programm bleiben, betonte die Regierung in Tel Aviv. Der erste Israeli im All, Ilan Ramon, war einer der sieben Opfer des Absturzes.
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