Mindestens 18 Tote bei Bombenanschlag in Kandahar
- Taliban oder El Kaida als Urheber beschuldigt
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Erneut Terror in Afghanistan! Bei einem Bombenanschlag in der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Freitag 18 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben zerstörte der Sprengsatz eine Brücke. Bei den Todesopfern handelte es sich um die Fahrgäste eines Busses.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die afghanische Polizei vermutete Taliban- oder Al-Kaida-Kämpfer hinter der Tat. Wahrscheinlich seien afghanische Soldaten das Ziel des Anschlags gewesen, sagte der stellvertretende Polizeichef von Kandahar, Ustad Nasir Jan.
Die Bombe explodierte nach Angaben des Vizepolizeichefs nur knapp einen Kilometer von einer Einheit der afghanischen Armee entfernt. Die Soldaten würden regelmäßig in der Gegend patrouillieren. "Wir glauben, dass sie das Ziel waren, aber wir ermitteln noch", sagte Nasir Jan. Von den Insassen des Busses überlebten nur zwei den Anschlag auf der Rambasi-Brücke, die südlich von Kandahar liegt.
Am Vortag war in Afghanistan ein Bombenanschlag auf Einrichtungen der USA verhindert worden. Spezialeinheiten der US-Armee und afghanische Geheimdienstmitarbeiter nahmen in der Hauptstadt Kabul drei Männer fest. Der türkische Oberkommandierende der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF, General Hilmi Akin Zorlu, hatte nachdrücklich vor drohenden Terroranschlägen in Afghanistan im Zusammenhang mit einem möglichen Irak-Krieg gewarnt.
Zu Wochenbeginn hatten US-Soldaten und verbündete Einheiten in Gefechten mit mutmaßlichen Anhängern des fundamentalistischen paschtunischen Kriegsherrn und Ex-Premiers Gulbuddin Hekmatyar mindestens 18 Rebellen getötet. Rund 8000 US-Soldaten suchen derzeit in Afghanistan weiter nach Exponenten des gestürzten Taliban-Regimes und der Al-Kaida-Terrororganisation. Die mit US-Hilfe eingesetzte Regierung des Präsidenten Hamid Karzai, dessen Leibgarde von den USA gestellt wird, kontrolliert lediglich die Hauptstadt Kabul.
Besitzt El Kaida "schmutzige Bombe"?
Dem Terrornetzwerk El Kaida ist es nach Berichten des britischen Rundfunksenders BBC gelungen, in Afghanistan eine so genannte schmutzige Bombe herzustellen. Dies hätten britische Geheimdienstmitarbeiter in Erfahrung gebracht, die die Organisation infiltriert hätten, hieß es in dem Bericht vom Donnerstag. Die Ausstrahlung bezog sich auf nicht näher genannte britische Regierungsquellen. Schmutzige Bomben sind Waffen mit konventionellem Sprengstoff, die aber auch radioaktive Materialien enthalten.
Die gestürzte Taliban-Regierung in Afghanistan habe die El Kaida bei dem Bau der Bombe unterstützt, hieß es in dem BBC-Bericht weiter. Sie habe radioaktive Isotope aus dem medizinischen Bereich zur Verfügung gestellt. Bereits in der Vergangenheit hatte es wiederholt Hinweise auf das Interesse der El Kaida an einer solchen Waffe gegeben.
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