Mittwoch, 29. Jänner 2003

Maoistische Rebellen in Nepal vereinbaren Waffenruhe

  • Regierung hatte zuvor Kontakte zu den Rebellen aufgenommen
  • König selbst soll mit Rebellen verhandelt haben

Nach sieben Jahren gewaltsamer Auseinandersetzungen in Nepal haben sich Regierung und maoistische Rebellen auf eine Waffenruhe geeinigt. Regierung und Maoisten hätten einen Waffenstillstand mit sofortiger Wirkung erklärt, teilte die Regierung des Himalaya-Staates am Mittwoch in Kathmandu mit. Nepals König soll selbst mit den Maoisten über Waffenruhe geredet haben.

In den kommenden Tagen würden Friedensgespräche aufgenommen. Die Maoisten erklärten, ihr Angebot solle Gespräche mit der Gegenseite erleichtern. Nach Angaben von Journalisten hatten zuvor Regierungsmitglieder Kontakte zu den Rebellen aufgenommen und die Möglichkeit eines beiderseitigen Waffenstillstandsangebots erörtert.

König selbst soll mit Rebellen verhandelt haben
Nepals König Gyanendra soll selbst mit Anführern der Maoisten über eine Waffenruhe verhandelt haben. Die nepalesische Zeitung "Samacharpatra" berichtete am Donnerstag, der König habe mit den beiden Anführern der Rebellen, Prachanda und Baburam Bhattarai, in einer Nachtsitzung den Waffenstillstand vereinbart. Er war am Mittwochabend verkündet worden. König Gyanendra übt zurzeit auch die Regierungsmacht aus. Die Maoisten kämpfen seit sieben Jahren für ein kommunistisches Regime. Dabei kamen 7.400 Menschen ums Leben.

In dem seit 1996 anhaltenden Gewaltkonflikt zwischen Maoisten und Armee in dem kleinen südasiatischen Königreich sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden bereits mehr als 7.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Maoisten kämpfen für eine Landreform und den Sturz des Königs.

29.1.2003 17:39