Paris: Ex-Außenminister Dumas im Elf-Prozess frei!
- Elf-Aquitaine: Millionen, Sex und Luxusleben

Der frühere französische Außenminister und Ex-Präsident des Verfassungsrates, Roland Dumas, ist am Mittwoch im Berufungsverfahren um die so genannte Elf-Bestechungsaffäre freigesprochen worden. Der inzwischen 80-jährige ehemalige sozialistische Spitzenpolitiker und enge Vertraute des verstorbenen Staatspräsidenten Francois Mitterrand war im Mai 2001 in 1. Instanz zu sechs Monaten Haft und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.
Der Jurist Dumas war 1984-86 und 1988-93 französischer Außenminister. 1995 wurde er Präsident des Verfassungsgerichts. Im Jahr 2000 trat er zurück.
Von illegalem Geld nicht profitiert
Das Berufungsgericht in Paris sprach den 80-jährigen Dumas am Mittwoch von dem Vorwurf frei, im Rahmen der Elf-Bestechungsaffäre über seine damalige Geliebte Christine Deviers-Joncour von illegal abgezweigten Geldern profitiert zu haben. Das Strafgericht der ersten Instanz hatte Dumas im Mai 2001 zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er nach Überzeugung der Richter über seine einstige Geliebte von dem korrupten Schmiergeldsystem des früheren Staatskonzerns Elf-Aquitaine profitiert hatte.
Der frühere Elf-Schwarzgeldmanager Alfred Sirven wurde vom Berufungsgericht am Mittwoch zu drei Jahren Haft verurteilt, Dumas' Ex-Geliebte Deviers-Joncour erhielt 18 Monate Gefängnis und ein weiteres Jahr auf Bewährung. Der frühere Elf-Chef Loik Le Floch-Prigent wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Nur ein Puzzleteil
Der "Fall Dumas" stellt nur einen winzigen Teil des Schmiergeldskandals um den vormaligen staatlichen Ölkonzerns Elf-Aquitaine dar. Dabei geht es um hunderte Millionen Euro, die aus den Konzernkassen abgezweigt worden sein sollen, unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Kauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie sowie der spanischen Ertoil.
Millionen, Sex und Luxusleben
Der sozialistische Politiker, am 23. August 1922 als Sohn eines von der deutschen Besatzungsmacht hingerichteten Widerstandskämpfers in Limoges geboren, musste wegen des Korruptionsskandals prestigeträchtiges Amt als Präsident des Verfassungsrates aufgeben. Der Prozess um Millionen, Sex und Luxusleben hielt monatelang die Medien in Atem. Deviers-Joncour hatte mit ihrem Bestseller "Die Hure der Republik" das öffentliche Interesse nur noch weiter angefacht.
In den sechziger Jahren war der Beamtensohn zum Staranwalt in den Intellektuellenkreisen von Paris avanciert. Zu seinen Mandanten gehörten Jean-Paul Sartre sowie Pablo Picasso. Dumas wirkte außerdem in großen politischen Prozessen mit. Unter den bekanntesten Klienten war Francois Mitterrand, mit dem Dumas seit der Zeit des Widerstands gegen die Nazis eine tiefe Freundschaft verband.
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