Montag, 27. Jänner 2003

UNICEF sorgt sich um Lage der Kinder im Irak

  • Krieg würde Hilfe für 3,5 Millionen Kleinkinder unterbrechen
  • PLUS: Hintergrund-Informationen zum drohenden Krieg!

Die ohnehin schlechte Lage der Kinder im Irak droht sich nach Einschätzung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) mit einem neuen Krieg weiter zu verschlechtern. Kinder und Frauen im Irak litten bis heute am härtesten unter den Auswirkungen des Golfkrieges Anfang der 90er Jahre und den darauf folgenden Sanktionen, erklärte die Hilfsorganisation am Montag in Köln. Eine Unterbrechung der Hilfeleistungen durch einen Krieg würde vor allem die rund 3,5 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren treffen.

UNICEF hat nach eigenen Angaben deshalb bereits Hilfsgüter im Wert von rund sieben Millionen Euro bereitgestellt. Diese umfassen Basismedikamente, Impfstoffe, Zusatznahrung, hochproteinhaltige Milch, Materialien zur Wasseraufbereitung, Wassertanks, Decken, Hygieneartikel, Plastikplanen und andere Schutzmaterialien. Die meisten Hilfsgüter werden im Irak gelagert, ein Teil in den Nachbarländern Iran und Jordanien.

UNICEF leistet seit Jahrzehnten im Irak umfangreiche Hilfe. Schwerpunkte seien der Wiederaufbau sozialer Grunddienste wie Gesundheitsstationen und Schulen, der Kampf gegen die verbreitete Mangelernährung bei Kindern, die Reparatur und Wartung von Kläranlagen und Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie Hilfen für besonders benachteiligte Kinder in Heimen und Gefängnissen.

Obwohl es in den vergangenen Jahren gelungen sei, die Ernährungslage etwas zu verbessern, seien heute fast eine Million irakischer Kinder chronisch mangelernährt, erklärte die Hilfsorganisation. Im ganzen Land mangle es an sauberem Trinkwasser. Durchfallerkrankungen seien neben Atemwegserkrankungen Todesursache Nr. 1 bei Kindern. Die Kindersterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren sei heute mit 136 Todesfällen pro 1.000 Geburten zweieinhalb mal so hoch wie Anfang der 90er Jahre.

UNICEF hat nach eigener Angabe zurzeit 270 Mitarbeiter im Irak. Davon seien 50 internationale Helfer und 220 nationale Mitarbeiter. Im Nordirak ist die Hilfsorganisation federführend für die Umsetzung des Programms "Öl für Lebensmittel" zuständig.

27.1.2003 11:40