Freitag, 31. Jänner 2003

Steirische Landesräte Hirschmann & Dörflinger gehen

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Neubesetzungen in der steirischen Energiewirtschaft stehen an - und sowohl ÖVP als auch SPÖ haben schon passende Kandidaten vorzuweisen. Die Landesräte Gerhard Hirschmann (VP) und Günter Dörflinger (SP) erklärten daher am Freitag ihre Rücktritte. Jetzt sind größere Rochaden in der steirischen Landespolitik zu erwarten. Entsprechende Kritik kam von FPÖ und Grünen.

Die Rücktritte kommen nicht unerwartet, seit Monaten hatte es um die beiden Spitzenrepräsentanten ihrer Parteien entsprechende Gerüchte gegeben. Gerhard Hirschmann war seit 1993 Mitglied der Steiermärkischen Landesregierung, Günter Dörflinger seit 1996 SPÖ-Landesrat. Beide sind langjährige Polit-Profis, beide waren immer wieder für die absoluten Spitzenpositionen im Gespräch.

Mit dem Ausscheiden der beiden Politiker aus der neunköpfigen Steiermärkischen Landesregierung (5 ÖVP, 4 SPÖ, 1 FPÖ) werden zwei zentrale Positionen vakant. Wer nachrückt, wird vermutlich offiziell erst kommenden Montag bekannt gegeben werden. Allerdings gibt es in beiden Parteien hoch gehandelte Favoriten bzw. Favoritinnen.

Unter den meist kolportierten Namen findet sich auf VP-Seite Abg. Cordula Frieser, auf SP-Seite LAbg. und Frauen-Chefin Barbara Gross, die auch erst jüngst von der Landespartei in das SP-Verhandlungsteam für die Grazer Stadtregierung entsandt wurde.

Hirschmann: Kein Versorgungsposten
Der offizielle Wechsel auf der Regierungsbank im Landtag wird am 8. April stattfinden. Er habe seine Bewerbung um den freien Vorstandsposten bei der Energie Steiermark Holding AG (EStAG) "gestern abgeschickt", sagte Hirschmann bei der Pressekonferenz: "Ich betrachte das keineswegs als Versorgungsposten. Ich bin in einem Alter, wo ich etwas leisten möchte. Ich weiß, dass ich mir dort vieles erarbeiten muss, weiß aber auch, was die Agenden eines Vorstands sind. Die sind zu 99 Prozent gleich wie bei einem Regierungsmitglied". Heftige Kritik wegen "Packelei" kam am Freitag von den Grünen und den Freiheitlichen.

Kritik von FPÖ und Grünen
FPÖ und Grüne kritisierten am Freitag den angepeilten Wechsel: Die FPÖ sprach sowohl in Richtung Hirschmanns als auch in Richtung des SP-Landesrats Dörflinger von einer "unverfrorenen Packelei von bisher noch nie da gewesenem Ausmaß". Die öffentliche Ausschreibung der Funktionen sei "eine reine Farce, da kein anderer Bewerber eine faire Chance gehabt hat". Die Grünen sprachen von einem "bequemen Versorgungsposten", Hirschmann habe seine "großen Sprüche von der Trennung von Politik und Wirtschaft vergessen".

31.1.2003 10:14