P. Weinmeister - Das Ende einer politischen Karriere
- Zieht die Konsequenzen aus Wahldesaster am Sonntag
Peter Weinmeister (52) ist als Grazer FPÖ-Obmann zurückgetreten. Er zeiht damit die Konsequenz aus dem Wahldesaster vom Sonntag. Sein Ziel, den Schaden für die FPÖ zu begrenzen, hat er dabei verfehlt. Es hat nicht geholfen, dass die Freiheitlichen im Wahlkampf einerseits recht derb auf das Sicherheitsthema ("Drogendealer in die Karlau statt in den Gemeindebau") setzten und andererseits versuchten, sachpolitische Verdienste der vergangenen Periode zu verkaufen.
Nach dem 1998 errungenen "Traumergebnis" von 26,8 Prozent - die FPÖ war damit vor der ÖVP Zweite - schockierte der Absturz bei der nunmehrigen Wahl die Grazer Freiheitlichen. Zumal die zu Ende gehende Periode für sie eine "goldene" war: Ihr Einfluss in der Rathaus-Politik war in nahezu allen Bereichen stark, im freien Spiel der Kräfte konnten sie deutliche Linien vorgeben.
Der am 1. Juli 1946 in Graz geborene Weinmeister begann 1974 als Verwaltungsjurist im Magistrat und gehörte seit 1978 dem Gemeinderat an. Seit 1988 saß er in der Stadtregierung, zehn Jahre davon als Bürgermeister-Stellvertreter. Der Vater zweier erwachsener Töchter (Hobbys: klassische Musik, Lesen, Tanzen, Tennis, Wintersport) gilt als - in seiner Reden oft ausschweifender - Pragmatiker, der sich insbesondere seinen Sachgebieten Umweltschutz und Sicherheit widmet.
Im Zuge der Wahlbewegung und mit entsprechend düsteren Prognosen im Hintergrund hatte Weinmeister schärfere Töne angeschlagen: Kein Pardon für Drogendealer, Stopp dem Zuzug schwarzafrikanischer Asylwerber, Videoüberwachung öffentlicher Plätze. Auch bei der Grazer Bürgerwehr rückte sich der FPÖ-Stadtchef als Unterstützer ins Bild.
In seiner Partei hat sich Weinmeister immer in der zweiten Reihe und mit bundespolitischen Kommentaren zurück gehalten. Dennoch kam er im Zuge der Listenerstellung für die Gemeinderatswahl ins Schleudern: Sein Vorschlag wurde von einer, den sogenannten "Knittelfeldern" zugerechneten Gruppe gekippt. Erst im zweiten Anlauf wurde das Malheur durch Umreihung planiert und zumindest der Anschein der zuverlässigen Stadtpartei gewahrt.
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