Demo-Aufruhr: Polizei mit Eier und Bierdosen beworfen
- Trotz relativer Ruhe mehr Verhaftungen als üblich
- Plus: Alles über Lugners Stargast Pam Anderson! (Kasten)
·Pam Anderson
Mit Distel-Saft gegen Hepatitis C
·Glanz+Glamour
Opernball zwischen Tradition&Geld
·Sacher-Chefin
Gürtler: "Große Freude" mit Pam
Drinnen der rauschende Opernball, draußen die obligate Opernball-Demo. Die Proteste zum 47. Opernball gestaltete sich großtreils ruhig - trotzdem gab es eine ganze Reihe (20 bis 30) Verhaftungen. Den 1.400 Polizisten im Einsatz standen nach offiziellen Angaben etwa 700 Aktivisten gegenüber.
Jene Personen, die wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung festgenommen wurden, hatten zwei Autos beschädigt, sagte Polizeisprecher Mag. Walter Hladik. Andere, die mit Gegenständen warfen, wurden lediglich perlustriert und noch in der Nacht nach Hause geschickt.
Feuer
Die Teilnehmer waren bei der Aktion gegen den Ball der Bälle offenbar pyromanisch veranlagt. Alles Brauchbare wurde angezündet. Immer wieder musste die Exekutive eingreifen und die Flammen löschen. Großes Aufsehen erregte ein in Brand gesteckter, zwei mal 1,20 Meter großer Panzer aus Pappe. Den brennenden Karton richteten die Demonstrierer gegen die Polizei, die daraufhin die Aktivisten einkesselte.
Kurzer Tumult
Einen kurzen Tumult gab es auch in der Opern-Passage, die am Donnerstagabend eigentlich abgesperrt sein sollte. Dabei ging eine Flasche Bier, die gegen eine Auslagenscheibe geworfen wurde, zu Bruch. Der Scheibe passierte jedoch nichts. Außerdem wurde die Polizei immer wieder mit Feuerwerkskörper, Eiern, Flaschen und Bierdosen beschossen. Dabei dürfte eine Scheibe einer Bushaltestelle am Karlsplatz ruiniert worden sein.
Im Demonstrationszug, der vom Sammelpunkt vor dem Museumsquartier zur Kärntner Straße ging, fand sich auch ein Prominenter: Der wieder einmal als Supersheriff verkleidete Drahdiwaberl-Sänger Stefan Weber. Mit einer Klobürste - als Synonym für einen Gummiknüppel gedacht - "züchtigte" er einige Medienvertreter.
Zu den Klängen harter Punkrocks und mittels mitgebrachten Transparente, Fahnen, Tafeln und Panzer aus Pappe protestierten die Demonstranten sowohl gegen die unmittelbar bevorstehende Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition als auch gegen den drohenden Irak-Krieg. Eine Sprecherin der Aktivisten meinte, die Demonstration richte sich gegen die "Zurschaustellung der westlichen Opulenz" bei dem Ball.
Allerdings ließen die Demonstranten keine allzu große Lust durchklingen, die Donnerstagsmärsche wieder im größeren Rahmen aufzunehmen. So sagte ein Teilnehmer: "Gegen die schwarz-blaue Regierung werden wir nicht viel tun müssen, das erledigen sie schon selber."
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