Dienstag, 28. Jänner 2003

Krone-"Erbe": Entmachteter Dichand sen. übergab an Sohn

  • Die Personalhoheit bei der neuen Doppelführung
  • Plus: Die Karriere von Hans Dichand

Ende Jänner 2003 feierte er einen "unrunden" 82. Geburtstag nach unruhigen Tagen, die geprägt waren durch den Wort-Krieg um das Krone-Erbe: Hans Dichand, Herr der mächtigsten Tageszeitung Österreichs. Bereits einen Tag vor seinem Geburtstag hat er seine (Personal-)Macht verloren - an seinen Sohn Christoph Dichand, den er im Streit mit der WAZ als Chefredakteur (flankiert vom neuen Vize Michael Kuhn, der geschäftsführender Chefredakteur ist) durchgesetzt hat.

Nur einen Tag vor diesem "unrunden" Geburtstag, am 28. Jänner 2003, ist sein Sohn Christoph offiziell Chefredakteur geworden. Sportchef Michael Kuhn wurde zum geschäftsführenden Chefredakteur bestellt. Nach Geburtstagsfeiern war ihm nicht, sagte Dichand senior damals zur APA. Doch nach knapp zwei turbulenten Wochen ist die Tatsache, dass er seinen Sohn beim deutschen Partner WAZ durchsetzte, wohl ein weiterer Grund zum Feiern.

In der Auseinandersetzung mit der WAZ, die im öffentlichen Schlagabtausch zwischen Dichand und WAZ-Manager Erich Schumann gipfelte, hat Dichand allerdings nur zum Teil gesiegt. Die Personalhoheit liegt nun bei der neuen Doppelführung, was für die WAZ den wesentlichen Punkt des Kompromisses darstellt. Für Dichand ist indes klar, dass er - nach der Olah-Affäre und dem Krach mit Kurt Falk - "seine" Zeitung ein drittes Mal gerettet hat. (apa)

28.1.2003 14:46