Dienstag, 28. Jänner 2003

Polizei warnt eindringlich vor Bankomatkarten-Gaunern

  • Diebe manipulieren meist die Eingabeschlitze
  • Mit Karte einer Pensionistin rund 3.600 Euro erbeutet

Die Polizei warnt erneut vor Bankomat-Gaunern! Aus der Steiermark, Tirol und Salzburg werden erneut zahlreiche Fälle gemeldet, in denen Bankomat-Karten angeblich eingezogen wurden und dann Tausende Euro vom Konto verschwunden waren.

Erst jetzt wieder hat eine Pensionistin in Graz festgestellt, dass auf ihrem Konto über 3.600 Euro fehlen, obwohl sie dachte, ihre Karte sei "nur" irrtümlich eingezogen worden.

Ein Beamter der Grazer Polizei erklärte, dass die Betrüger vermutlich folgendermaßen vorgehen: Zuerst kleben sie ein schwarzes Insolierband oben und unten an den Karteneingabeschlitz. Daran dürfte der Täter einen ganz dünnen, beinahe durchsichtigen Faden befestigen, damit die Karte wieder aus dem Gerät gezogen werden kann.

Bankbeamte reagierten nicht, Geld war weg
Das Klebeband soll verhindern, dass die Karte ganz eingezogen wird. Der unbekannte Täter steht meist in unmittelbarer Nähe, um sich den Zahlencode merken zu können. Jene 53-jährige Grazer Pensionistin, die jetzt Anzeige erstattete, bekam am Bankomaten weder Geld noch Karte heraus. Als sie in die Filiale ging, meinten die Bankbeamten, dass da nichts passieren könnte und die Karte deshalb nicht gesperrt werden müsste. Die Polizei vermutet, dass die Bankbeamten gedacht haben, dass die 53-Jährige bloß den falschen Code eingegeben hatte. Fünf Tage später fehlten aber mehr als 3.600 Euro.

Auch aus Tirol und Salzburg weitere Fälle gemeldet
Auch in anderen Bundesländern wie Tirol oder Salzburg treiben Bankomat-Betrüger ihr Unwesen. Teilweise hängen an den Geräten Handzettel, die die Benützer darauf hinweisen, bei einer Funktionsstörung - natürlich erzeugt durch die präparierten Eingabeschlitze - drei Mal den Code einzugeben. Danach wird die Karte eingezogen. Und wenn der Kunde dann in die Bank geht, um sich zu beschweren, hat der Täter freie Bahn.

Polizei mahnt: Sofort reagieren!
Die Polizei warnt nun vehement vor diesen Betrügern: Falls am Karteneingabeschlitz etwas aufgeklebt ist, sollte der Bankomat-Benutzer unverzüglich die nächste Polizei- oder Gendarmeriedienststelle verständigen. Zieht das Gerät die Karte ein, sollte diese auf jeden Fall gesperrt werden. Auf keinen Fall sollte man sich bei der Eingabe des Codes zusehen lassen, mahnte die Polizei.

28.1.2003 11:29