Von Federspiel, Steinfeder und Smaragd
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Gäbe es die Wachau noch nicht, man müßte sie glatt erfinden. Gottlob ist sie aber schon da und mit ihr eine solche Vielzahl an tollen Winzern und erstklassigen Restaurants, dass man mit Fug und Recht von Österreichs erster „Genuss-Meile“ sprechen kann.
Auch ohne den Wein hätte die Wachau als begnadete Natur- und Kulturlandschaft viel zu bieten. Doch hat der Wein durch die Anlage der zahlreichen Steinterrassen dem Flusstal nicht nur optisch das Gepräge gegeben: durch ihn wurde die Wachau geradezu zu einem Kultplatz für Weinfreaks und zu einem fast magnetischen Anziehungspunkt für Touristen. Dass damit nicht nur Vorteile verbunden sind, liegt auf der Hand.
Wenn sich etwa an schönen Sommersonntagen die rund 450 Einwohner von Dürnstein einer Flut von 15.000 Touristen gegenübersehen, dann ist das zumindest alles andere als gemütlich. Erfahrene Wachau-Fahrer meiden daher solche Tage, reisen antizyklisch und erleben so die besondere Atmosphäre dieser einzigartigen Weinlandschaft.
Wie ist die Wachau?
Eine Frage auf die schon viele Antworten gegeben wurden und je mehr man sich dabei um Exaktheit bemüht, desto weniger wird so eine Definition dem Wesen dieses lebendigen Organismus gerecht. Daher ein völlig unexakter aber vielleicht gerade dadurch treffender Erklärungsversuch: Stellen Sie sich die Wachau wie ein schönes Glas Riesling vor: köstlich und doch kühl; reizvoll, aber immer auch ein bißchen unnahbar; wunderschön, doch oft spröde und unzugänglich. Nun wissen Sie zumindest, was Sie hier erwartet…
Edel sei der Wein
Namen wie Knoll, Prager, Hirtzberger, Alzinger, Lagler oder F.X. Pichler, vor allem aber deren Weine, lassen sich Freunde des österreichischen Weißweins genüßlich auf der Zunge zergehen. Diese und andere Spitzenwinzer keltern von den Hängen längs der Donau Rieslinge, die mit ihrer herrlichen Fruchtigkeit und Eleganz auch international zu den besten Vertretern ihrer Art zählen.
Ebenfalls idealtypisch sind die Grünen Veltliner, die mit ihrem würzig-pfeffrigen Duft, ihrer klaren Frucht und ihrer eleganten Stilistik bestechen. Viele dieser Weine von Lagen wie Kellerberg, Singerriedel, Achleiten, Klaus oder Tausendeimerberg haben inzwischen Kultstatus erlangt und sind bei den Winzern nur noch nach langfristiger Vorreservierung und zu durchaus stolzen Preisen erhältlich. Tröstlich ist es immerhin, dass man sie in Vinotheken kaufen kann und auf vielen Weinkarten in ganz Österreich wiederfindet.
Speisen und Reisen
Ganz besonders gilt das natürlich für die Wachauer Gastronomie, die sozusagen das zweite Standbein dieses Tals für Genießer darstellt. Nirgendwo sonst findet man auf so engem Raum eine derartige Vielzahl von besuchenswerten Lokalen wie hier, wobei das Spektrum vom einfachen Heurigen oder gemütlichen Landgasthof bis hin zur absoluten Spitzengastronomie reicht. Allen gemeinsam ist dabei die intensive Beschäftigung mit regionalen Produkten bester Qualität vom Waldviertler Angusrind über Donaufische bis hin zu Käse, Pilzen & Co. Und dass die Keller dieser oft historischen Gasthäuser und Restaurants durch die Bank mit edlen Wachauer Weinen gefüllt sind, versteht sich dabei fast von selbst.
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