Mobilcom-Chef: UMTS-Netz soll bis März verkauft sein
- Seit Monaten erfolglose Verhandlungen über Netz-Verkauf
Der Chef des angeschlagenen deutschen Mobilfunkdienstleisters MobilCom, Thomas Grenz, ist zuversichtlich, in den nächsten Wochen doch noch das halbfertiggestellte UMTS-Netz veräußern können.
Grenz sagte in einem in redaktioneller Form veröffentlichten Gespräch mit dem "Handelsblatt": "Ich rechne damit, dass wir bis Ende März zumindest einen Käufer für das UMTS-Netz gefunden haben". Im Idealfall werde auch die UMTS-Lizenz veräußert. Es seien Verkausfunterlagen für die im Jahr 2000 ersteigerte Lizenz an 18 potenzielle Käufer geschickt worden, zitierte die Zeitung Grenz.
Mit seinen Aussagen vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung des finanziell angeschlagenen Unternehmens am Montag geht Grenz zum Teil auf Distanz zu jüngsten Verlautbarungen eines Firmensprechers. "Wir hoffen zwar weiter auf einen reichen Scheich aus Dubai, aber realistisch ist das nicht", hatte MobilCom-Sprecher Wilhelm Fuchs die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs des UMTS-Netzes und der Lizenz am Mittwoch noch kommentiert. Wenn bis zum Jahresende kein Investor auftrete, werde MobilCom die Lizenz an die Regulierungsbehörde zurückgeben müssen, hatte Fuchs gesagt.
Erfolglose Verhandlungen
Bisher verhandelt MobilCom seit Monaten erfolglos über den Verkauf seines UMTS-Netzes an andere Mobilfunkbetreiber in Deutschland, darunter mit dem drittgrößten Anbieter E-Plus. Aus Branchenkreisen verlautete, bislang beharre MobilCom auf einen Verkauf seiner bundesweit rund 3.500 UMTS-Mobilfunkstandorte im Paket. Dagegen wollten die Interessenten lediglich ausgewählte Standorte erwerben, um die eigene Netzplanung vervollständigen zu können. 90 Prozent der Erlöse aus einem Verkauf der UMTS-Aktivitäten kommen France Telecom zugute, die MobilCom Ende vergangenen Jahres durch die Übernahme von rund 7 Mrd. Euro Schulden vor dem Konkurs gerettet hatte.
Frist läuft Ende März ab
Nach den Worten von Grenz läuft die Verhandlungsfrist über den Verkauf der Standorte Ende März ab. "Wenn wir bis dahin keinen Investor gefunden haben, müssen wir das UMTS-Netz abreißen", sagte der Vorstandschef der Zeitung. Grund sei, dass Großaktionär France Telecom nur bis zum Jahresende die Finanzierung des Netzes garantiert habe und der Abriss der Antennenstandorte rund neun Monate in Anspruch nehme.
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