Motorola: Gewinn im Jahr 2002 übertrifft Erwartungen
- Weltweit zweitgrößter Mobiltelefon-Hersteller bekräftigt Ziele
Der weltweit zweitgrößte Mobiltelefon-Hersteller Motorola hat im vierten Quartal dank kräftig gestiegener Handy-Umsätze einen höheren Gewinn erzielt als von Analysten erwartet. Der Konzern bekräftigte zudem die eigenen Prognosen für das laufende Jahr.
Der Nettogewinn habe 174 Millionen Dollar (163 Mill. Euro) oder 0,08 Dollar je Aktie betragen nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, teilte Motorola am Dienstag nach Börsenschluss mit. Vor Sonderposten lag der Gewinn bei 0,13 Dollar je Aktie und übertraf damit die eigene Prognose und die durchschnittliche Analystenerwartung von jeweils 0,10 Dollar. Nachbörslich stiegen Motorola-Titel auf 9,13 Dollar von 8,75 Dollar zum Nasdaq-Schluss und zogen auch den Aktienkurs von Weltmarktführer Nokia mit nach oben.
Investoren reagieren positiv
"Es war nicht gerade ein Aufsehen erregendes Quartal", sagte Analyst Todd Bernier von Morningstar. Die Erwartungen seien nicht sehr hoch, deshalb würden Investoren auf jede gute Nachricht positiv reagieren. Die Motorola-Aktie hat im Laufe des vergangenen Jahres fast 40 Prozent an Wert verloren.
Quartalsumsatz: 7,5 Mrd. Dollar
Der Quartalsumsatz des in Schaumburg im Bundesstaat Illinois ansässigen Unternehmens stieg zum Vorjahr um drei Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Binnen Jahresfrist steigerte das Unternehmen den Erlös allein in der Handy-Sparte um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Vor Sonderposten war der operative Gewinn in dem Segment mit 301 Millionen Dollar der höchste seit fünf Jahren. Der Weltmarktanteil bei Mobiltelefonen habe sich zum Vorquartal um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent erhöht, teilte Motorola weiter mit und begründete dies vor allem mit einem Zuwachs in Nord- und Südamerika. Konkurrent Nokia hat einen Anteil von mehr als einem Drittel am Weltmarkt. Die Quartalszahlen des finnischen Konzerns werden am Donnerstag erwartet.
Umsatz 2003 soll moderat wachsen
"Auf kurze Sicht bleiben wir optimistisch, dass der Umsatz 2003 moderat wachsen wird", sagte Motorola-Chef Christopher Galvin. Der Konzern bekräftigte die Erlösprognose für dieses Jahr von 27,5 Milliarden Dollar und die Gewinnerwartung von 0,40 Dollar je Aktie. Die Weltwirtschaft zeige allmählich erste Erholungszeichen, erklärte Galvin. Sollte diese Entwicklung nicht durch weltpolitische Ereignisse entscheidend gestört werden, könnte sie sich positiv auf den Markt auswirken. Motorola stellt neben Mobiltelefonen auch Funkgeräte, Halbleiter und Empfänger für das Kabelfernsehen her.
Für das laufende erste Quartal geht das Unternehmen von einem Umsatz von 6,0 bis 6,2 Milliarden Dollar bei einem Gewinn je Aktie von maximal 0,02 Dollar aus. Analysten hatten bislang einen Gewinn vor Sonderposten von 0,05 Dollar je Aktie erwartet.
Anstieg des weltweiten Handy-Absatzes erwartet
Motorola erwartet für dieses Jahr einen Anstieg des weltweiten Handy-Absatzes der Branche um bis zu zehn Prozent. Für 2003 rechne der Konzern mit 430 bis 440 Millionen verkauften Handys nach rund 400 Millionen im vergangenen Jahr, teilte Motorola mit. Für das erste Quartal erwarte das Unternehmen einen Handy-Absatz der Branche von 90 bis 95 Millionen nach rund 115 Millionen im Schlussquartal 2002.
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