Welthöchstes Internet-Cafe am Mount Everest geplant
- Sherpa-Initiative wird von US-Technikern umgesetzt
In einem Basislager für Bergsteiger am Mount Everest soll das höchste Internet-Cafe der Welt entstehen. Die Initiative geht vom Nepalesen Tsering Gyaltsen aus, ein Enkel von Tenzing Norgay, dem mit Sir Edmund Hillary 1953 die Erstbesteigung des Gipfels gelang. Der Plan des Sherpas wird von US-Technikern unterstützt, die im fast 5.500 Meter hohen Lager auf einem Gletscher ein drahtloses LAN-Netzwerk errichten wollen, berichtet die "New York Times".
Das Cyber-Cafe soll rechtzeitig zum 50-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung im Mai fertig gestellt werden. Dazu muss die Ausrüstung zunächst per Flugzeug in die Stadt Lukla, dann mit Yaks nach Namche Bazar und schließlich ins Basislager gebracht werden. Um die Kosten zu decken soll das Internet-Cafe pauschal an Expeditionen vermietet werden. Außerhalb der Bergsteiger-Saison soll die satellitengestützte Übertragungseinrichtung zum Internetanschluss einer abgelegen gelegenen Schule mit 250 Schülern genutzt werden.
Kulturelle Unterschiede
Bei der gemeinsamen technischen Planung waren weniger die Entfernung und der Zeitzonen-Unterschied von 13 Stunden als die kulturellen Unterschiede ein Problem, berichtete Dave Hughes, der als amerikanischer Internet-Experte schon Erfahrungen mit extremen Wetterbedingungen in Alaska gesammelt hat. So sei Gyaltsen einmal zwei Tage unangekündigt unerreichbar gewesen. Nachher habe er erfahren, dass der Nepalese bei einem buddhistischen Ritus mitgewirkt habe.
Teure Angelegenheit
Ein E-Mail vom Everest wird übrigens nicht billig: Das Umweltbewahrungskomitee, der formelle Besitzer des Cyber-Cafes, erwägt einen Pauschaltarif von 2.000 bis 5.000 Dollar pro Expedition, die meist zwischen fünf und 20 Personen umfassen. Die Teilnahme an einer Everest-Expedition kostet pro Person rund 65.000 Dollar.
