Dienstag, 21. Jänner 2003

Kevin Mitnick darf wieder an den Computer

  • Bewährungsauflagen gegen legendären Hacker beendet

Der US-Hacker Kevin Mitnick darf sich nach dreijähriger Bewährungszeit wieder ungehindert in die Computerwelt stürzen. Die bis 21. Jänner gültigen Auflagen im Anschluss an das Ende seiner Haftzeit untersagten ihm die Nutzung eines Rechners oder irgendeines Internet-Zugangs ohne besondere Erlaubnis der Behörden.

Auf dem Höhepunkt seiner Hackerkarriere verursachte Mitnick Schäden in zweistelliger Millionenhöhe bei Einbrüchen in Firmennetze von Motorola, Novell, Nokia, Sun und anderen Unternehmen. Drei Jahre lang führte er die US-Bundespolizei FBI an der Nase herum. Schließlich konnten die Ermittler seine elektronischen Spuren aber doch zurückverfolgen und nahmen ihn 1995 in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina fest.

Zu alt zum Hacken
Nach seiner Haftentlassung im Jänner 2000 verdiente Mitnick seinen Lebensunterhalt zwar weiter mit seinen Erfahrungen als Hacker. Nun kommen seine Kenntnisse aber der anderen Seite zugute: Er schreibt Artikel für Fachmagazine, hält Vorträge über die Sicherheit von Computernetzwerken und stand auch schon der US-Regierung mit Rat zur Seite. Nie wieder wolle er als Hacker tätig werden, bekräftigte Mitnick. Das Gefängnis aber habe nichts damit zu tun. "Ich bin einfach aus dem Alter raus. Ich bin jetzt 38. Es gibt da draußen keine 38-jährigen Hacker."

Buchautor und Hobbyfunker
Für die Arbeit an seinem Mitte vergangenen Jahres erschienenen Buch "The Art of Deception" (Die Kunst der Täuschung) erhielt Mitnick die Genehmigung, einen PC zu nutzen - aber nur als bessere Schreibmaschine und ohne Anbindung ans Internet. Als ersten Schritt in die Freiheit von allen Auflagen erhielt Mitnick Ende Dezember seine Funkamateurlizenz zurück.

Weitere Informationen:

  • Kevin Mitnick-Website

    21.1.2003 09:39