Bayerns Polizisten üben Blaulichtfahrten am Simulator
- Modellvorhaben kostet rund 1,3 Millionen Euro
Mit Hilfe eines weltweit einzigartigen Trainingskonzeptes will die bayerische Polizei in Zukunft Einsatzfahrten mit Blaulicht üben. Im Zentrum der Ausbildung steht dabei ein in den vergangenen beiden Jahren entwickelter Autosimulator. Das neue Gerät wurde erstmals bei der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz) vorgestellt.
In dem Simulator sollen junge Polizisten auf Verfolgungsjagden oder andere rasante Einsatzfahrten im dichten Straßenverkehr vorbereitet werden. So könne am Computer geübt werden, wie Gefahrensituationen zu bewältigen sind, erklärten die Verantwortlichen des Projektes. Aus sicherheitsrelevanten Gründen könnten solche Fahrten nicht im richtigen Straßenverkehr trainiert werden.
Unfälle reduzieren
Durch die Ausbildung soll insbesondere die Gefahr von Unfällen bei echten Fahrten mit Blaulicht und Sirene reduziert werden. "Dabei geht es auch um das Erkennen typischer Fehlreaktionen anderer Fahrzeugführer", sagte der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Karl-Heinz Spörl. Die Bereitschaftspolizei ist für die Ausbildung der Polizisten in Freistaat zuständig.
Entwicklungsstart: Mitte 2000
Mitte 2000 hatte die Polizeibehörde gemeinsam mit einer Elektronikfirma und Verkehrswissenschaftern der Universität Würzburg begonnen, den Autosimulator sowie ein Ausbildungskonzept zu entwickeln. Nach Angaben der Entwickler ist ein Simulator für den Straßenverkehr schwieriger zu programmieren als ein Flugzeug- oder Zugsimulator. Fußgänger, andere Autofahrer, Kreuzungen, Spurwechsel oder Gassenbildung kämen eben nur im Straßenverkehr vor.
Prüfung der Praxistauglichkeit
In den kommenden drei Jahren sollen der Simulator und der Ausbildungsplan für die jungen Gesetzeshüter auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Das Modellvorhaben kostet rund 1,3 Millionen Euro.
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