CD-Raubkopien 'kein Kavaliersdelikt, sondern kriminell'
- 2002: 34 Millionen illegale Musik-CDs sichergestellt
- Nicht Jugendliche im Visier sondern organisierte Kriminalität
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Die Musikbranche will die Online-Piraterie und das massenhafte Raubkopieren von CDs weiter unnachgiebig mit allen Mitteln bekämpfen. "Der Kampf gegen die Musik-Piraterie ist in diesem Jahr das alles beherrschende Thema", sagte der Vorsitzende des internationalen Dachverbandes der Plattenindustrie (IFPI), Jay Berman, zu Beginn der internationalen Musikmesse Midem.
Dabei habe die Musikindustrie keineswegs den Jugendlichen im Visier, der sich seine Lieblingssongs aus dem Internet herunterlädt und auf CD brennt. "Der Pirat, den wir bekämpfen, ist ein sehr gewiefter Krimineller, der eine Menge Geld in Techniken und Vertriebswege investiert, um noch mehr Geld herauszuholen." Es gehe nicht um Garagengeschäfte, sondern um organisierte Kriminalität.
Einsatzteam von 250 Experten
Ein Team von 250 Experten der Branche arbeite eng mit den Polizeibehörden weltweit zusammen, um den Großhandel mit Raubkopien zu bekämpfen. "Im vergangenen Jahr wurden 34 Millionen Raubkopien von Musik-CDs sichergestellt (...) und mich schaudert, wenn ich daran denke, wie viele Millionen nicht gefunden wurden." Allein bei Razzien in Spanien, Italien und Luxemburg, die die Musikverbände in Zusammenarbeit mit der europäischen Polizeibehörde Europol und den nationalen Behörden vorbereitet hätten, seien rund drei Millionen illegale CDs sichergestellt worden. Der Verkauf dieser CDs hätte Millionenverluste für die Branche bedeutet, die im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatzverlust von geschätzten zehn Prozent hinnehmen musste.
Von Asien nach Südamerika
Wenn CDs millionenfach in Asien kopiert und dann nach Südamerika verschifft würden, um dort den Markt zu überschwemmen, dann sei das "kein Kavaliersdelikt, sondern hochkriminell", sagte Berman, dessen Verband rund 1500 Plattenfirmen aus der ganzen Welt repräsentiert. Diese Piraterie bedrohe Arbeitsplätze, auch die der etwa 600.000 Menschen, die in Europa für die Musikindustrie arbeiteten.
Modernes Urheberrecht umsetzen
Berman zeigte sich zuversichtlich, im Kampf gegen die Piraterie zu bestehen. "Wir müssen und können das Problem nicht komplett lösen, wir haben immer schon mit einem gewissen Anteil von Raubkopien gelebt, aber wir müssen Möglichkeiten haben, uns zu wehren." Dazu gehöre auch ein modernes Urheberrecht, das den Rechteinhabern von Musik auch im digitalen Markt Lizenzen zuspricht und Verstöße gegen das Copyright unter Strafe stellt. Ein solches Gesetz hat die Europäische Union bereits beschlossen, doch bislang haben es nur zwei Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt; in Deutschland liegt es derzeit im Bundestag zur Beratung vor.
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