Montag, 20. Jänner 2003

Kontroversielle Bücher über HP-Chefin Fiorina

  • Rolle bei Compaq-Übernahme wird unterschiedlich bewertet

Die Rolle der Vorstandsvorsitzenden des US-Computerriesen Hewlett-Packard (HP), Carleton S. Fiorina, bei der Übernahme von Compaq Computer im Vorjahr steht im Mittelpunkt zweier Bücher, die in Kürze am US-Markt erscheinen. Fiorina ist als Chefin des HP-Konzerns die höchstrangigste Managerin in den USA.

In "Perfect Enough: Carly Fiorina and the Reinvention of Hewlett-Packard" (Carly Fiorina und die Neu-Erfindung von Hewlett-Packard) beschreibt Autor George Anders die Managerin als Thatcher-ähnliche Heldin, die unbeeindruckt von Kritik eisern an ihrem Kurs festhält. Für das im Portfolio-Verlag erscheinende Buch hatte Fiorina dem Autor sechs Interviews gegeben, berichtet die "New York Times".

"Glänzende Selbst-Vermarkterin"
Deutlich anders wird die Spitzenmanagerin im Buch "Backfire: Carly Fiorina's High-Stakes Battle for the Soul of Hewlett-Packard" (Carly Fiorinas Kampf um die Seele von Hewlett-Packard) beurteilt: Autor Peter Burrows vom Magazin "Business Week" sieht in ihr weniger eine Heldin der Wirtschaft als eine glänzende Selbst-Vermarkterin. Für das bei John Wiley & Sons erscheinende Buch hatte Fiorina ein Interview verweigert. Laut Autor Burrows habe sie ihm einen kritischen Beitrag in Business Week verübelt.

Die Fusion: HP & Compaq
Die Fusion von Hewlett-Packard mit Compaq war vergangenen Mai nach monatelangen heftigen HP-internen Streitigkeiten rechtlich in Kraft getreten. HP kaufte Compaq für rund 20 Mrd. Dollar auf. Im Jahr 2002 war HP laut einer Erhebung von Gartner Dataquest Weltmarktführer am PC-Markt vor Dell und IBM.

Weitere Informationen:

  • HP-Website

    20.1.2003 10:14