Maier vs. Eberharter: Der Hahnenkampf
- PLUS: Die Maier-Chronologie - Vom Unfall bis zum Comeback
Massenandrang am Hahnenkamm, Rekordquoten im Fernsehen: Der Herminator ist „back in business“. Ohne sie läuft im Skizirkus gar nichts: Hermann Maier & Stephan Eberharter – zwei Typen, zwei Wege zum Erfolg.
Allein in den USA sind über ihn in den letzten zehn Tagen über hundert Zeitungsartikel erschienen – vom „Macon Telegraph“ in Georgia bis zum „Walnut Creek Journal“ in Kalifornien, von den ausführlichen Würdigungen in der „Washington Post“ oder in der „New York Times“ gar nicht zu reden: Hermann Maier ist „back in business“. Der Skizirkus hat seinen größten Star wieder. Seit seiner überraschenden Rückkehr in den Weltcup am 14. Jänner in Adelboden dreht sich wie gehabt alles um den „Herminator“, der wie kein anderer Rennläufer das in den vergangenen Monaten eher stockende Werkl wieder in Gang gebracht hat.
Selbst im an sich ohnehin schon skiverrückten Österreich pushte der Maier-Start bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen die Einschaltquoten in neue Rekordhöhen: Am vergangenen Freitag saßen zu Mittag fast 1,1 Millionen vor den Fernsehgeräten, am Samstag waren es exakt 1.532.000 Zuseher bei einem Marktanteil von unglaublichen 83 Prozent. Und für das kommende Hahnenkamm-Wochenende werden die nächsten TV-Rekorde erwartet. Weil Hermann Maier im Super-G um ein WM-Ticket kämpft, wird der Zielraum der Streif erstmals in der Geschichte schon am Freitag total ausverkauft sein.
Stephan Eberharter, Seriensieger der letzten zwei Jahre, rührt die neu aufgeflammte „Maier-Mania“ herzlich wenig. Zumindest nach außen hin: „Dem Skizirkus tut es sicher gut, dass er wieder da ist. Ich hab den Vergleich mit Hermann Maier nie gescheut, und ich bin schon gar nicht an ihm zerbrochen. Sonst hätte ich nie diese Erfolge feiern können.“
Im Schatten
Tatsächlich war Eberharter vor dem fatalen Motorradcrash des „Herminators“ drei Jahre lang total im Schatten Maiers gestanden und von vielen schon als „ewiger Zweiter“ abgestempelt worden. Obwohl der fast vier Jahre ältere Tiroler nach schweren Verletzungen gerade selbst erst ein Super-Comeback hingelegt hatte. Aber für die Öffentlichkeit war die Story des kometenhaft aufgestiegenen Salzburger Maurers einfach griffiger als die eines Vollblutrennläufers, der bereits in jungen Jahren mit dem falschen Starrummel Bekanntschaft gemacht hatte.
Divergente Karrieren
Während Hermann Maier erst mit 24 Jahren im letzten Abdruck die Aufnahme ins ÖSV-Team gefunden hat, wurde Stephan Eberharter schon mit 21 Jahren Doppelweltmeister in Saalbach. Und musste volle sieben Jahre bis zum März 1998 auf seinen ersten Weltcupsieg warten. In einer Saison, die ihm ansonsten viele zweite Plätze brachte – hinter Maier.
In den letzten zwei Jahren war Eberharter jedoch weit mehr als ein „Ersatz-Maier“. Im Olympiawinter feierte der Zillertaler Weltcupsiege in Serie (insgesamt zehn), holte als dritter Österreicher nach Karl Schranz und Hermann Maier den Gesamtweltcup und sicherte sich mit dem Olympiasieg in Salt Lake City endgültig einen Platz in der Skigeschichte. So nebenbei gewann er in Kitzbühel hintereinander sowohl den Super-G am Freitag als auch die klassische „Hahnenkammabfahrt“ am Samstag. Genau dieses Kunststück war ein Jahr vorher auch Hermann Maier gelungen.
Walter Unterweger, Tino Teller
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