Freitag, 24. Jänner 2003

Euro erstmals seit März 1999 über 1,09 Dollar!

  • Goldpreis auf höchsten Stand seit sechs Jahren
  • Öl verteuert sich aus Sorge um Versorgungsengpässe

Die Furcht vor einem Irak-Krieg hat den Kurs des Euro und den Goldpreis am Montag auf neue Rekordhöhen getrieben. Der Euro kletterte im Londoner Devisenhandel erstmals seit knapp vier Jahren wieder über die Marke von 1,09 Dollar. Der Goldpreis stieg mit deutlich über 370 Dollar pro Unze auf den höchsten Stand seit sechs Jahren. Öl bleibt unberechenbar: Es verteuerte sich am Montag, am Dienstag gab der Preis aber wieder nach. Länder mit starken Währungen fürchten nun vor Exportverlusten und wünschen sich ihre Geldmittel butterweich.

EU-Währungskommissar Pedro Solbes hat sich besorgt über den aus seiner Sicht zu raschen Höhenflug des Euro im Vergleich zum Dollar geäußert. "Das Tempo ist nicht gut", sagte Solbes am Dienstag in Brüssel. Und mit seiner Angst vor einer starken eigenen Währung ist er nicht allein: Auch die Schweizer fürchten sich vor einem Anstieg des Franken, wenn bei einem Irak-Krieg Anleger ihr Familiensilber in der Eidgenossenschaft investieren. Schon jetzt bastelt man in Basel und Bern an Abwehrstrategien - weltweit läuft dank Globalisierung ein Kampf um die schwächste Währung. Der Antrieb: Kurzfristige Exportgewinne.

Fallende Preise bei kurzem Krieg
Eine britische Studie sagte allerdings bei einem kurzen Krieg schnell fallende Öl-Preise sowie positive Effekte auf die US- und die Weltwirtschaft voraus.

Zu schneller Dollar-Verfall bereitet Sorgen
Der Präsident der Deutschen Bundesbank Ernst Welteke hält nach einem Zeitungsbericht eine andauernde Dollarschwäche für problematisch. "Es bereitet uns Sorgen, wenn der Verfall des Dollar zu schnell geht", zitierte die Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe) Welteke am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos.

Eine andauernde Schwäche der US-Währung würde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft beeinträchtigen. Vergangene Woche hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) eingeräumt, der starke Euro könne sich negativ auf die Ergebnisse der Exporteure in der Euro-Zone ausgewirkt haben.

24.1.2003 08:33