Donnerstag, 23. Jänner 2003

Bei Wr. Städtischen: Auto-Haftpflicht wird teurer

  • Auch Krankenversicherung steigt

Prämienerhöhungen wird es bei der Wiener Städtischen heuer in der Kranken- und Kfz-Haftpflichtversicherung geben. Die Autohaftpflicht wird sich um 2,9 Prozent verteuern, was Generaldirektor Günter Geyer angesichts der 4-prozentigen Preiserhöhungen bei Werkstätten und Mechanikerstunden als "moderat" bezeichnet. In der Kaskoversicherung seien keine Erhöhungen geplant. In der Krankenversicherung werden die Prämien um 3 bis 5 Prozent angehoben.

Grund für diese Anpassungen sei die steigende Lebenserwartung. Rund 50 Prozent des Bestandes basierten noch auf alten Sterbetafeln, die von einer Lebenserwartung von 61 Jahren bei Männern und 66 Jahren bei Frauen ausgingen, bei den neueren sind es für Männer 75 Jahre und für Frauen 80 Jahre.

Die Höhe der Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung werde noch diskutiert, eine Entscheidung soll im Februar fallen. Derzeit liegt sie bei 5,25 Prozent. Er habe aber keine "Lust", unter 5 Prozent zu gehen, so Geyer. Überlegt werde ein Splitting für die Gewinnbeteiligungen zwischen Alt- und Neukunden, wobei Neukunden sie für Neukunden geringer ausfallen könnte.

Den Abwertungsbedarf im außerordentlichen Finanzergebnis bezifferte Geyer für 2002 mit 250 Mio. Euro, nach 150 Mio. Euro 2001. Angewendet werde das strenge Niederstwertprinzip. Der Abwertungsbedarf für die Aktien der bayerischen HypoVereinsbank habe sich in der AG bisher insgesamt mit rund 200 Mio. Euro niedergeschlagen.

Bei der geplanten Fusion der CA-Versicherung, die zu gleichen Teilen Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) und Wiener Städtischer gehört, und Union Versicherung, an der BA-CA, Städtische und die zum Münchner Rück-Konzern gehörende Ergo-Versicherung zu je einem Drittel beteiligt sind, spießt es sich derzeit. Der Städtische-Vorschlag zu neuen Anteilsverteilung von je 45 Prozent Städtische und Ergo sowie 10 Prozent BA-CA sei von der deutschen Assekuranz abgelehnt worden. Mit der BA-CA sei man in konstruktiven Gesprächen, sagte Geyer. Die Städitsche peile nun die Mehrheit an der fusionierten Versicherung an.

Bei den Prämieneinnahmen der beiden auf Lebensversicherungen spezialisierten Assekuranzen gab es bei der CA-Versicherung ein Minus von 24,1 Prozent auf 63,24 Mio. Euro, dies habe aber durch das Prämienplus der Union von 27,2 Prozent auf 115 Mio. Euro mehr als kompensiert werden könnten. Als Grund für diese Entwicklung nannte Geyer die Fusion von Bank Austria und Creditanstalt. Polizzen der CA-Versicherung waren überwiegend in den CA-Filialen verkauft worden.

Noch nicht abgeschlossen ist die geplante wechselseitige Beteiligung von zunächst 5 Prozent mit dem deutschen Partner HUK Coburg. "Die Bewertung zieht sich etwas", so der Städtische-Chef. Ein Abschluss soll aber jedenfalls noch heuer erfolgen. In Mittelosteuropa werde sich die HUK Coburg voraussichtlich zu 26 Prozent an der bulgarischen Städtische-Tochter beteiligen. Auch in Serbien wolle der deutsche Partner bei der in Gründung befindlichen Tochtergesellschaft einsteigen. Aus der im Vorjahr erworbenen serbischen Evropa Versicherung habe man sich wieder zurückgezogen. Für die Neugründung habe man Ende Dezember 2002 die Konzession erhalten.

Gemeinsam mit der HUK Coburg sei auch der Erwerb von deutschen Gesellschaften nicht ausgeschlossen, die Städtische wolle dabei aber nur mit einem Minderheitsanteil einsteigen. Die Einkaufstour im Ausland, vor allem in Mittelosteuropa, hat die Städtische aber im Wesentlichen abgeschlossen. Sollte es die Möglichkeit zu Marktanteilszukäufen in Österreich geben, werde man dies prüfen, sagte Geyer.

23.1.2003 14:49