Donnerstag, 23. Jänner 2003

Wiener Städtische: Erhöhte Schadenszahlungen 2002

  • Prämieneinnahmen stiegen in allen Sparten

Die Wiener Städtische hat im Vorjahr ihre Prämieneinnahmen vor allem in der Sachversicherung kräftig erhöht, allerdings hinterließ die Hochwasser-Katastrophe des Sommers bei den Leistungen des Versicherungskonzerns ihre Spuren: Die Leistungen in der Sachsparte lagen um 15,7 Prozent über dem Vorjahreswert. In der Lebensversicherung gingen die Auszahlungen zurück, in der Krankenversicherung blieben sie auf Vorjahresniveau.

Die Prämieneinnahmen der Wiener Städtische-Gruppe stiegen 2002 um 7,5 Prozent auf 3,54 Mrd. Euro, in der AG um 7,0 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wird in der AG auf dem Vorjahresniveau von 20 Mio. Euro liegen. Die Dividende für Vorzugsaktionäre soll unverändert 2,2 Euro betragen.

Die Combined Ratio der Städtischen lag 2002 brutto unverändert bei 96 Prozent, ohne Hochwasser wäre sie sogar auf 88 Prozent zurückgegangen, so Wiener Städtische-Generaldirektor Günter Geyer am Donnerstag bei der Präsentation des vorläufigen Jahresergebnisses. Der Schadensatz stieg mit Hochwasser auf 69 Prozent, nach 67 Prozent, ohne die Hochwasserkatastrophe wären es nur 62 Prozent gewesen. Die Gesamtschadenerwartung der Wiener Städtischen bezifferte Geyer heute mit rund 52 Mio. Euro, das ist rund ein Zehntel des gesamten versicherten Schadens in Österreich. Die tschechische Tochter Kooperativa hat eine Gesamtschadenerwartung von rund 315 Mio. Euro, das sei mehr als der tschechische Staat zahle, so Geyer. Insgesamt wird der versicherte Schaden in Tschechien auf 1 Mrd. Euro geschätzt.

In der Schaden-/Unfallversicherung erhöhten sich die Prämien in der AG um 11,6 Prozent auf 688,08 Mio. Euro. Grund dafür seien vor allem Zuwächse in der Feuer-, Haftpflicht- und Sturmschadenversicherung, weil die Sturm- Hagel und Hochwasserschäden des vergangenen Jahres die Sensibilität bei den Kunden gesteigert habe, so die Städtische. Man sei damit fast doppelt so stark wie der Markt gewachsen, der in Schaden/Unfall im Vorjahr um 6,2 Prozent zugelegt habe, so Geyer. Die Leistungen erhöhten sich durch die Hochwasserschäden allerdings um 15,7 Prozent auf 443,7 Mio. Euro. In der Kfz-Versicherung stiegen die direkt verrechneten Prämien um 9,2 Prozent auf 250,95 Mio. Euro, in der Sachsparte ohne Auto um 13,1 Prozent auf 437,13 Mio. Euro.

In Lebensversicherung verzeichnete die Assekuranz ein Prämienplus von 3,5 Prozent auf 606,3 Mio. Euro. Der gesamte Lebensversicherungsmarkt in Österreich sei dagegen um 5,6 Prozent geschrumpft. Die Leistungen lagen mit 443,9 Mio. Euro um 12 Prozent unter dem Vorjahr.

In der Krankenversicherung erhöhten sich die Prämieneinnahmen um 3,9 auf 263,11 Mio. Euro. Die sei in erster Linie auf Neugeschäft und neue Produkte wie eine weltweite Sonderklassenversicherung nach Unfällen und ein Entgeltfortzahlungstarif für Arbeiter und Angestellte zurückzuführen. Die Leistungen blieben in diesem Bereich mit 191,9 Mio. Euro (+0,9 Prozent) in etwa gleich.

Der Großteil der Zuwächse bei den Prämieneinnahmen stammte 2002 von den Auslandstöchtern, bei denen die Prämiensumme um 25,9 Prozent auf 887,95 Mio. Euro stieg. Die Kooperativa Bratislava verzeichnete ein Plus von 72,5 Prozent, die Kooperative Prag von 21,4 Prozent. Bei den erst seit kurzem zur Gruppe zählenden Auslandstöchtern haben sich die Prämieneinnahmen bei der Bulgarski Imoti um 142,3 Prozent mehr als verdoppelt. In Kroatien verzeichnete die Kvarner Wiener Städtische Osiguranje ein Plus von 60,5 Prozent, die rumänische Unita ein Plus von 75,5 Prozent.

23.1.2003 14:43