Siemens & VW einig über Diesel-Joint Venture
- Gespräche in einer fortgeschrittenen Phase - Details noch offen
- Gemeinschaftsunternehmen in Sachsen geplant
Siemens und Volkswagen sind nach Aussagen eines VW-Sprechers weitgehend einig über eine Zusammenarbeit bei Diesel-Einspritzsystemen, wollen aber noch über Details für ein Gemeinschaftunternehmen in Sachsen verhandeln. "Man ist prinzipiell einig über eine Zusammenarbeit, über Details muss aber noch gesprochen werden."
Das Werk in Stollberg in der Nähe von Chemnitz soll Diesel-Einspritzsysteme herstellen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe) geht es um ein Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro. Mit etwa 600 neuen Arbeitsplätzen würde das Werk eine der größten Industrieansiedlungen der vergangenen Jahre in den neuen Bundesländern werden.
Der Freistaat Sachsen sei laut Medienberichten bereit, das Unternehmen aus den Fördermitteln der Gemeinschaftsaufgabe (GA) und der Europäischen Union (EU) mit bis zu 150 Millionen Euro zu subventionieren, schreibt das Blatt weiter. Stollberg liegt den Angaben zufolge in einer Region, in der die EU die Höchstförderung von bis zu 30 Prozent der Investitionssumme zulässt. Bei Siemens VDO und Volkswagen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Während Siemens und das sächsische Wirtschaftsministerium bereit seien, die Unterschrift unter den Gründungsvertrag zu setzen, zögere Volkswagen offenbar noch, berichtet die FAZ weiter. Das Unternehmen wolle zunächst sicherstellen, dass alle Subventionen mit der EU-Wettbewerbskommission abgestimmt seien. Unklar sei, wie die genaue Beteiligung der Partner an dem gemeinsamen Projekt aussehen werde.
Proteste gegen Kündigungen
Zahlreiche Siemens-Mitarbeiter haben indes am Donnerstag vor der Hauptversammlung in München mit Trillerpfeifen gegen die Kündigungen bei dem Elektrokonzern protestiert. Auf Transparenten forderten sie den Konzern auf, die Kündigungen von mehr als 350 Mitarbeitern in der Netzwerksparte ICN zurück zu nehmen. "Sicherung der Arbeitsplätze statt Shareholder Value", hieß es auf einem Plakat. Die Proteste waren von der IG Metall organisiert worden, die seit Wochen gegen die Kündigungen mobil macht.
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