Generali 2002 mit Rekordverlust von 754 Mio. Euro
- Versicherer erstmals seit 70er-Jahren in den roten Zahlen
- Im Vorjahr noch 1,1 Mrd. Dollar Gewinn
Die größte italienische Versicherung Assicurazioni Generali SpA (Triest) verbuchte 2002 wegen hoher Abschreibungen einen Rekordverlust von 754 Mio. Euro. Es ist dies der erste Verlust von Generali seit den 70er Jahren. Trotzdem will das Unternehmen eine unveränderte Dividende von 0,28 Euro je Aktie zahlen. Analysten hatten einen Nettoverlust von 605 Mio. bis 957 Mio. Euro prognostiziert. Im Jahr davor hatte die Versicherung noch einen Gewinn von 1,1 Mrd. Dollar erzielt.
Beim Investment-Portfolio seien Abschreibungen über 3,998 Mrd. Euro vorgenommen worden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Mailand mit. So hat Generali zum Beispiel Abschreibungen auf ihren zehnprozentigen Anteil an der deutschen Commerzbank AG (Frankfurt) vorgenommen. Im vierten Quartal beliefen sich die Wertberichtigungen auf insgesamt 1,8 Mrd. Euro, davon entfiel etwa die Hälfte auf die Commerzbank, wie die italienische Versicherung am Dienstagabend mitteilte.
Die Prämieneinnahmen für 2002 bezifferte Generali am Dienstagabend mit 46,894 Mrd. Euro nach 45,563 Mrd. Euro im Jahr davor. Die Schaden-/Kostenquote (Combined Ratio) wurde mit 107,9 (nach 108,4) Prozent angegeben. Generali hatte vor einiger Zeit einen Dreijahresplan mit dem Abbau von etwa 2.800 Stellen vorgelegt. Am Mittwoch starteten die Generali-Titel mit einem Zugewinn von 1,05 Prozent auf 26,07 Euro in den Handel.
Generali Italien schloss das Jahr 2002 mit einem Nettogewinn von 206,2 Mio. Euro ab, gab das Unternehmen ferner am Dienstabend bekannt. 2001 waren es noch 442,1 Mio. Euro gewesen. Bei den insgesamt um 4,6 Prozent auf 5,290 Mrd. Euro gewachsenen Prämieneinnahmen der Gruppe betrug der Zuwachs in Schaden/Unfall 7,4 Prozent auf 3,511 Mrd. Euro. In den ersten zwei Monaten 2003 wurde ein Wachstum der konsolidierten Prämien gemeldet, die den Zielen des Industrieplans entsprechen, hieß es.
Indes wurde bekannt, dass die römische Bank Capitalia SpA ihren Anteil an der Assicurazioni Generali SpA, Triest, um 1,4 Prozent aufgestockt hat. Damit halte die Bank nun insgesamt 3,5 Prozent an dem Versicherer, teilte Capitalia am Dienstagabend mit. Der Zukauf dürfte die Bank auf Basis des Aktienkurses am Berichtstag rund 445 Mio. Euro gekostet haben, schätzen Marktteilnehmer. Für die gesamte Beteiligung habe Capitalia damit vermutlich etwa eine Mrd. Euro ausgegeben.
Durch die Anteilserhöhung versucht Capitalia, gemeinsam mit der UniCredito Italiano SpA und der Monte dei Paschi di Siena SpA den Einfluss des größten Einzelaktionärs von Generali, der Mediobanca SpA, zu begrenzen. Die drei Banken halten gemeinsam rund zehn Prozent an Generali. Zusammen mit verbündeten Investoren kommen die Banken bereits auf eine Beteiligung von 20 Prozent. Mediobanca ist mit 13,9 Prozent an Generali beteiligt.
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