Mittwoch, 22. Jänner 2003

Magna Steyr startete offiziell Produktion der E-Klasse

  • 200.000 Autos aller Typen pro Jahr ab 2004 in Graz angepeilt
  • Rund 800 Mitarbeiter fertigen in Graz Premium-Limousine

Im Magna Steyr-Werk in Graz-Thondorf startete am 23. Jänner die Serienfertigung der neuen Mercedes Benz E-Klasse der Baureihe 211. Anwesend waren Magna International-Chefin Belinda Stronach und der steirischen LH Waltraud Klasnic. Bis 2010 sollen im Grazer Werk 125.000 Stück der E-Klasse produziert werden, so Herbert Demel, Magna Steyr-Präsident und CEO. Sein Vorgänger Siegfried Wolf, Magna International Executive Vice Chairman, sagte, ab 2004 werde in Graz die Marke von 200.000 Fahrzeugen aller Typen pro Jahr angepeilt.

Vorerst werden in Graz ausschließlich Modelle der 4x2-Standardausführung der neuen E-Klasse gebaut, um die so genannte Anlauffertigung im "Mutterwerk" Sindelfingen zu unterstützen. Im Frühsommer kommen dann die von Magna Steyr entwickelten Modelle der 4matic-Allradversion dazu. Diese werden exklusiv in Graz gefertigt. Im ersten Produktionsjahr sollen jedenfalls über 23.000 Fahrzeuge der E-Klasse in beiden Antriebsvarianten vom Band rollen.

Magna International-Chefin Belinda Stronach erklärte, die E-Klasse sei ein neuerlicher Beweis für die einzigartige Stellung des Konzerns in der Zulieferindustrie. Mit Magna Steyr, "wo wir gesamte Fahrzeuge entwickeln und fertigen können", habe man Kompetenzen, "die praktisch kein anderer unabhängiger Zulieferer seinen Kunden bieten kann". Diese "Gesamtfahrzeugkompetenz" werde ein Schlüsselfaktor für die künftige Strategie von Magna sein, so Stronach.

In diese Kerbe schlug auch Magna-Steyr-Chef Demel. Man strebe eine Verbreiterung des Kundenportfolios an: "Bei der Entwicklung ist dieses bereits breiter als bei der Fahrzeugproduktion", so Demel, der auch meinte, nach dem Serienanlauf werde die Produktion ab März "zügig hochgefahren", von täglich 48 auf dann 112 Fahrzeuge. Der bei Magna Steyr für Marketing zuständige Hubert Hödl erklärte, die Nachfrage nach der E-Klasse aus Graz habe alle Erwartungen übertroffen. Die Hälfte der bisher hier produzierten rund 97.000 Stück sei in die USA gegangen. Hödl betonte auch den Standort als Job-Lokomotive: Jeder Magna-Arbeitsplatz schaffe zwei Jobs in der Zuliefer-Industrie.

Was eine mögliche Ausweitung der Produktion auf die EU-Osterweiterungsländer betreffe, so meinte Wolf auf diesbezügliche Journalistenfragen: Die Osterweiterung sei nicht nur Bedrohung, sondern auch Chance: "Wir haben in Graz im Jahr 2004 rund 200.000 Stück Jahresproduktion an Fahrzeugen angepeilt. Das ist eine Verdreißigfachung seit den Anfängen." Man könne in diesem Zusammenhang den Osten auch als "Unterstützungsmarkt" sehen, so Wolf.

22.1.2003 16:29