Mittwoch, 22. Jänner 2003

Euro-Effekt auf Inflationsrate in Österreich +/- "Null"

  • Grund: Täglicher Bedarf teurer, Statistik erhebt 1-Mal-Einkauf
  • Gebührenerhöhungen größte Preistreiber seit 2001

Die Euro-Bargeldeinführung hat nach Ansicht der Statistik Austria zwar deutliche Spuren in der Preislandschaft Österreichs hinterlassen, der Effekt auf die Inflationsrate war - per Saldo - jedoch Null. "Wenn man dem Euro nicht nur Verteuerungen sondern auch Verbilligungen zuschreibt, dann heben sich die Effekte auf"

Ein Vergleich der durchschnittlichen Inflationsraten der Jahre 1990 bis 2000 von 2,26 Prozent mit einer Teuerungsrate im Schnitt der Jahre 2001 und 2002 von 2,31 zeige kaum Unterschiede, sagte Paul Haschka, Volkswirtschaftsexperte in der Statistik Austria.

"In einzelnen Bereichen gab es sehr wohl überdurchschnittliche Verteuerungen, sie spiegeln jedoch nur Teilbereiche des Verbraucherpreisindex wider", so der Statistik Austria-Generaldirektor Ewald Kutzenberger.

Täglicher Bedarf teurer, Statistik erhebt Einmal-Einkauf
Warum die so genannte gefühlte Inflation, der subjektive Eindruck vieler Konsumenten, die Preise seien seit der Euro-Einführung exorbitant gestiegen, im Verbraucherpreisindex nicht abzulesen ist, begründen die Statistiker etwa mit unterschiedlichen Preisentwicklungen zwischen Gütern des täglichen bzw. längerfristigen Bedarfs. Auch der Eindruck, gerade runde Preise seien besonders stark erhöht worden - Stichwort: aus 10 Schilling wurde ein Euro - lasse sich nur für das erste Halbjahr belegen, und sei in der 2. Jahreshälfte zum Teil wieder zurückgenommen worden, erklärte Expertin Alexandra Beisteiner.

Eigener Warenkorb für täglichen Bedarf
Im Mini-Warenkorb für Güter des täglichen Bedarfs, der speziell für die Euro-Beobachtungen entwickelt wurde, stiegen die Preise 2002 im Schnitt um 2 Prozent und damit tatsächlich - etwas - stärker als die Inflationsrate. Bereits 2001 hatte sich dieser Warenkorb um 3 Prozent verteuert, verglichen mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent.

Zudem war es gerade bei Nahrungsmitteln in den vergangenen beiden Jahren - z.B. Fleisch wegen der BSE-Krise, Obst wetterbedingt - zu stärkeren Preissteigerungen gekommen, als im Schnitt des letzten Jahrzehnts.

Auch andere niedrigpreisige Produkte wie Tierfutter, Zeitungen oder kleine Haushaltsgeräte wiesen im Vergleich zu den Neunzigerjahren überdurchschnittliche Teuerungsraten auf.

22.1.2003 14:21