Glück: Wohnen und Verkehr wirkten preis-dämpfend
- Österreichs Inflationsrate sank 2002 auf 1,8 (2,7) %
- Preistreiber Studiengebühren
·Dezember
Inflation stieg im Vormonat leicht
Die Inflationsrate ist in Österreich 2002 im Jahresdurchschnitt deutlich - auf 1,8 Prozent - gesunken. 2001 hatte sie noch bei stolzen 2,7 % gelegen! Verantwortlich für den Rückgang waren vor allem die relativ geringen Steigerungsraten bei den beiden größten Preisgruppen "Wohnen" (plus 0,9 nach 3,1 Prozent) und "Verkehr" (plus 0,7 nach 2,4 Prozent). Preissteigernd wirkten einmal mehr die Studiengebühren. Im Monat Dezember ist die Inflation schließlich auch wieder schlimmer geworden.
Preistreiber Studiengebühren
Weniger stark als 2001 sind 2002 die Preise für Bekleidung und Schuhe gestiegen - sie haben sich um 0,9 Prozent erhöht. Als größter "Preistreiber" erwiesen sich die im Herbst 2001 eingeführten Studiengebühren, die den Bereich "Erziehung und Unterricht" um 21,9 Prozent verteuerten.
Süchte werden teurer
Überdurchschnittlich verteuert haben sich 2002 Alkoholische Getränke und Tabak (plus 4,4 Prozent), wobei die Preise für Wein um 3,0 Prozent stiegen. Die Zigarettenpreise erhöhten sich um 5,0 Prozent.
Restaurants und Hotels verteuerten sich um 3,0 Prozent.
Die Preise für "Sonstige Waren und Dienstleistungen" stiegen um 3,3 Prozent, wobei sich beispielsweise Friseurbesuch um 5,0 Prozent verteuerten, Versicherungen um 4,0 Prozent.
Euro/Teuro - Analysten unsicher
Im gesamten Jahresverlauf lag die Inflationsrate seit Februar zwischen 1,6 und 1,9 Prozent, nachdem sie im Jänner noch 2,1 Prozent betragen hatte. Die Frage nach den Auswirkungen der Euro-Bargeldeinführung auf die Preisentwicklung kann nach Angaben der Statistiker "mit letzter Sicherheit nicht beantwortet werden".
Der Grund: Man weiß nicht, wie sich die Preise bei Beibehaltung des Schilling entwickelt hätten. Doch wenn allein die Euro-Bargeldeinführung die Preise erhöht hätte, müsste die Inflationsrate 2002 höher als 2001 sein, ist man bei der Statistik Austria überzeugt.
Die im Vergleich zu 2001 - damals lag die Teuerungsrate noch bei 2,7 Prozent - deutlich gesunkene Inflationsrate sei ein Hinweis darauf, dass das nicht der Fall sei.
Die für die Eurozone berechnete harmonisierte Inflationsrate (HVPI) Österreich betrug im Jahresschnitt 1,7 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,3 Prozent.
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