Britischer Rüstungskonzern BAe streicht 1.000 Stellen
- Streit mit der Regierung: Fusion mit US-Firma Boeing?
Der größte europäische Rüstungskonzern BAE Systems will im Rahmen der Zusammenlegung von Unternehmensbereichen mehr als 1.000 Stellen streichen. Der geplante Abbau macht rund ein Prozent der Gesamtbelegschaft aus. Im Hintergrund tobt ein Streit zwischen der britischen Regierung und dem Konzern.
Der Stellenabbau soll vor allem in der U-Boot- und Schiffbau-Sparte vorgenommen werden, teilte der britische Konzern am Dienstag mit.
Erst unlängst hatte BAE Kostenüberschreitungen von rund einer Mrd. Pfund (1,51 Mrd. Euro) eingeräumt.
Streit mit dem Staat
Das Unternehmen wartet derzeit auf die Bewilligung von Rüstungsaufträgen im Volumen von mehreren Mrd. Pfund durch das britische Verteidigungsministerium. Es gibt jedoch Spekulationen, das Ministerium könnte einen Auftrag über den Bau von Flugzeugträgern für mehr als drei Mrd. Pfund an den französischen Konkurrenten Thales vergeben. Eine Entscheidung dazu wird für Ende Jänner erwartet.
Hintergrund sind mehrere Zerwürfnisse: Erstens die angesprochene Kostenüberschreitung, zweitens überhöhte Preise und Unverlässlichkeit bei Wartungen und drittens - am gravierendsten - eine wirtschaftliche Orientierung in die USA.
Verteidigungsminister Geoffrey Hoon meint schon: "BAe ist nicht mehr britisch."
Der Konzern hingegen erhofft sich von einer Fusion mit dem amerikanischen Boeing-Konzern mehr und lukrativere Aufträge von der US-Rüstungsindustrie, die stärker wachstumsorientiert ist als die britische. Das letzte Wort für eine solche Fusion jedoch hat die britische Regierung: Sie hält ein "Golden Share" an BAe-Aktien.
BAE ist 20-prozentiger Anteilseigner des europäischen Flugzeugherstellers Airbus, dessen restliche 80 Prozent dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehören.
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