Montag, 20. Jänner 2003

ÖIAG hat den Verkaufsprozess der Post AG eingeleitet

  • Grasser will Mai drei Viertel an die Deutsche Post verkaufen
  • Der kolportierte Kaufpreis: 1,5 bis 3 Milliarden Euro

Die Staatsholding ÖIAG soll den Prozess zum Verkauf der Österreichischen Post AG bereits eingeleitet haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner jüngsten Ausgabe. Bis Mai wolle der amtierende Finanzminister Karl-Heinz Grasser drei Viertel des Unternehmens an die Deutsche Post verkauft haben.

Während sich in den laufenden Koalitionsgesprächen ÖVP-Verhandler Wilhelm Molterer noch zurückhaltend geäußert haben soll, soll Finanzminister Grasser erkennen haben lassen, dass er die Post rasch mehrheitlich abstoßen wolle. Es sei klug, soll Grasser argumentiert haben, die Post zu privatisieren, bevor am europäischen Briefmarkt die volle Liberalisierung Platz greife und sich die ohnehin schwierige Ertragslage der Postgesellschaften weiter verdüstere. Dann würden etliche nationale Postgesellschaften zum Verkauf stehen. In diesem Konzentrationsprozess wolle er den "First Mover Advantage", also den Vorteil dessen, der sich als Erster einen zahlungskräftigen Partner anlacht, nützen, schreibt "profil".

Der Generaldirektor der Österreichischen Post, Anton Wais, soll die Übernahme des Unternehmens durch die Deutsche Post AG schon seit dem Sommer des Vorjahrs mitverhandelt haben. Nach früheren Medienberichten hätte der Deal bereits im März dieses Jahres abgewickelt werden sollen. Der Vorstandschef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, hat bereits angekündigt, an einem Bieterverfahren um die Österreichische Post teilnehmen zu wollen. Der kolportierte Kaufpreis für drei Viertel an der österreichischen Post liegt zwischen 1,5 und 3 Mrd. Euro.

20.1.2003 09:19