Freitag, 24. Jänner 2003

Trenkwalder vor der Qual der WM-Wahl

  • "In Kitzbühel wird sich noch einiges tun"
  • PLUS: Was die Promis in Kitz trieben & alles zum Ski-Weltcup!

Im besten Abfahrts-Team der Welt geht der Kampf ums Leiberl für die Königsdisziplin der alpinen Ski-WM ins Finale. Fünf Österreicher dürfen am 8. Februar in der Herren-Abfahrt von St. Moritz dabei sein, den Startplatz fix in der Tasche haben aber vor der Generalprobe am Samstag in Kitzbühel wohl nur drei Läufer - Hannes Trinkl als Titelverteidiger sowie Serien-Sieger Stephan Eberharter und Michael Walchhofer.

Nach außen hin ist aber derzeit von Quali-Druck pur wenig zu merken, Abfahrts-Coach Robert Trenkwalder weiß aber genau, was sich in den Köpfen von Schifferer, Maier, Rzehak, Strobl und Co. abspielt: "Logisch, dass die Anspannung enorm ist." Trenkwalder selbst leidet aber unter keinerlei Kopfschmerzen, dafür ist der 55-Jährige einfach bereits zu lange im Geschäft. "Das habe ich mir schon lange abgewöhnt." Stattdessen wartet "Trenki" einmal in aller Ruhe den Samstag ab, "denn da wird sich bestimmt noch einiges tun". Sofern gefahren werden kann.

Keine Spekulationen
Bevor bei einem Meeting sämtlicher Gruppen-Trainer mit Herren-Chef Toni Giger und ÖSV-Rennsportdirektor Hans Pum die Aufstellung festgelegt wird, lässt sich Trenkwalder auf keinerlei Spekulationen ein: "Im letzten Rennen vor einem Großereignis sind nämlich immer noch außergewöhnliche Dinge passiert."

Streif ist wichtiger Gradmesser
Gerade aus dem Grund, dass Kitzbühel gleichzeitig eine Prestigeangelegenheit höchster Kategorie sowie die WM-Generalprobe darstellt, nimmt Trenkwalder das Streif-Ergebnis als wichtigen Gradmesser zur Hand: "Denn dieser Druck ist mit dem bei einem Großereignis vergleichbar." Alles andere als vergleichbar sind hingegen die Strecken in St. Moritz und Kitzbühel. "St. Moritz hat mit den Klassikern wie Wengen, Bormio oder Kitzbühel nichts zu tun. Das Material muss dort perfekt passen, Fehler ist keiner erlaubt", urteilt der Abfahrts-Chef. Ein ÖSV-internes Qualifikations-Rennen in St. Moritz will Trenkwalder zwar nicht ausschließen, von einem eventuellen Prozedere Marke "acht fahren um zwei Plätze Quali" hält der Tiroler aber nichts.

Kanditaten geben sich ruhig und cool
Die ÖSV-Speed-Asse selbst strahlen nach außen hin Ruhe und Coolness aus. "In diesem Team ist eine derartige Situation nichts Neues. Die Stimmung ist daher nicht viel anders als sonst", meinte etwa Peter Rzehak, der für ein WM-Ticket in Kitz wohl einiges bieten müsste. Ähnlich sieht Christoph Gruber die Lage: "Die Stimmung ist gut, wir sind Profis." Gruber schließt bei der großen Dichte im ÖSV selbst den Extremfall nicht aus, dass ein Läufer mit einem Sieg in der Tasche zum WM-Zuschauer werden könnte. Gruber: "Ich möchte nicht in der Haut der Trainer stecken."

Auch Kröll will kämpfen
Zu einem besonders unglücklichen Zeitpunkt verletzt hat sich Klaus Kröll, der Mitte Dezember in Val d'Isere Zweiter wurde und sich am vergangenen Wochenende in Wengen die Mittelhand gebrochen hat. "Eigentlich müsste die Hand drei bis vier Wochen ruhig gestellt werden, das kommt aber angesichts von Kitzbühel und der WM-Chance gar nicht in Frage", zeigt sich der Kraftprotz wie immer als Kämpfer. Pausen kann man sich im besten Abfahrts-Team der Welt eben so gut wie gar nicht leisten.

Podest-Plätze der ÖSV-Abfahrer
insgesamt 16 (5 erste - 7 zweite - 4 dritte):


Eberharter (6):501
Trinkl (2):011
Walchhofer (4):040
Kröll (1):010
Schifferer (1):001
Josef Strobl (1):001
Fritz Strobl (1):010

24.1.2003 12:38