Mittwoch, 22. Jänner 2003

Pausenfüller: "Steff" kehrt in Kitz auf Slalom-Ski zurück

  • WM-Abfahrts-Quali: Nur Titelverteidiger Trinkl hat Fixplatz
  • Die BILDER: Maiers 2. Abfahrt nach dem Comeback!

Stephan Eberharter hat den freien Tag - das Kitz-Training am Mittwoch wurde abgesagt - nicht gefaulenzt: Steff wagte sich nach 10 Jahren Slalom-Pause erstmals auf "Kinder-Ski! Für Aufsehen sorgte Abfahrtscoach Trenkwalder: Er sagt, vor Kitz hat nur Titelverteidiger Hannes Trinkl seinen WM-Platz fix!

Als Hinweis, dass er nun am Sonntag im Kampf um den Gesamt-Weltcup auch den Kombi-Slalom in Kitz und damit erstmals seit zehn Jahren (Veysonnaz 1993) wieder einen Weltcup-Slalom bestreiten werde, wollte der Tiroler das aber nicht unbedingt sehen. "Das hängt von den vorigen Rennen ab. Ich will zunächst ein Mal zwei gute Rennen fahren", sagte Eberharter. "Ich habe durch dieses Slalom-Training nun aber alle Optionen offen."

Steff auf "Kinder-Ski"
Seine Eindrücke von den Fahrten mit den "Kinder-Ski" brachte der Zillertaler humorig auf den Punkt. Er wusste weder seine Skilänge ("Kann sein 1,60 m oder so, ich weiß es nicht"), noch die Anzahl der Tore ("Naja, den dreiviertel Hang halt") und hatte wegen der hinten so kurzen Slalomski nur erkannt: "Musst halt mit dem Körper weiter vorne bleiben." In Summe: "Es war eine willkommene Abwechslung."

Maier trainierte Super G
Während sich nur Eberharter und Christoph Gruber von Österreichs Speed-Fahrern dem Slalomtraining angeschlossen hatten, trainierte der Großteil der restlichen Mannschaft in Kitzbühel Super G und Riesentorlauf. Der große Abwesende war wieder einmal Hermann Maier, der zu Hause auf den Flachauer Weltcup-Pisten zusammen mit seinem Privatbetreuer Andreas Evers Super G trainierte. Der Herminator wohnt auch nicht mit der Mannschaft im Kitzbüheler Astron-Hotel und hat alle Medien-Termine auf Gespräche im Zielraum beschränkt. "Hermann will sich hier auf das Sportliche konzentrieren", so sein Pressebetreuer Knut Okresek.

Absage ist kein Problem
Während für Maier jedes Abfahrts-Training zählt, war Eberharter gar nicht unglücklich über die Absage. Selbst der Ausfall des Abschlusstrainings am Donnerstag wäre dem Tiroler relativ egal. "Für uns Routiniers wäre das sogar ein Vorteil. Hätte das Wetter gepasst, hätte ich sowieso ein Training ausgelassen." Startnummer 30 könne in einem Neuschnee-Rennen auch ein Vorteil sein, "ist die Piste aber weich, kann es auch ein Rodeo-Ritt werden." Damit hatte er das Thema aber auch schon abgehakt. "Ich spekuliere nicht mehr, davon bekommst eh nur Albträume."

Nur ein Fixplatz bei den Abfahrern
Bis auf Maier hatte kaum einer im ÖSV-Abfahrtsteam Probleme mit der Absage, obwohl es am Freitag und Samstag um die letzte WM-Chancen in den Speed-Disziplinen geht. "Derzeit gibt es einen einzigen Fixplatz und das ist Titelverteidiger Hannes Trinkl", präzisierte Abfahrtstrainer Robert Trenkwalder. "Zu viel kann in Kitzbühel immer passieren. Verletzungen, aber auch dass sich welche ins Team fahren, die gar nicht ins Kontingent passen. Es ist daher eine Menge Brisanz dabei."

Spitzenplatz in Kitz ist viel wert
Man dürfe ja nicht aus den Augen verlieren, dass es gelte, eine Mannschaft zu finden, die WM-Medaillen gewinnt, so Trenkwalder. Deshalb sei ein Spitzenplatz in Kitz auch so viel wert, obwohl die Abafahrtspiste in St. Moritz eine ganz andere Charakteristik habe. "Wer in Kitz auf das Podest kommt, hat er unter größtem Druck eine Super-Leistung gebracht. Dann muss man das auch diskutieren."

Im Abfahrtsteam knistert es
Dass es wegen der WM speziell im Abfahrtsteam (sieben Podestfahrer inkl. Titelverteidiger Trinkl) knistert, gab auch Olympiasieger Fritz Strobl zu, der ja auch noch um das Ticket kämpft. "Aber vielleicht knistert's mehr bei den Journalisten als bei uns. Das ist ja keine neue Situation und immer dasselbe Theater. Unter uns Läufern gibt es deshalb jedenfalls keine Extrem-Spannungen."

22.1.2003 16:04