Dienstag, 21. Jänner 2003

Klingelnde Tourismuskassen bei Hahnenkamm-Rennen

  • WK-Obmann sieht Umwegrentabilität von etwa 21,8 Mio. Euro

Das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel, das von Freitag bis Sonntag stattfinden wird, sorgt vermutlich nicht nur bei den Ski-Fans für Freude: Vor allem die Gastronomie und Hotellerie in Kitzbühel und Umgebung können mit saftigen Einnahmen rechnen. Der Obmann der Wirtschaftskammer in Kitzbühel, Stadtrat Klaus Lackner, bezifferte die Umwegrentabilität für die Region gegenüber der APA mit "etwa 300 Mio. Schilling" (21,8 Mio. Euro).

Vor allem die Gastronomie würde profitieren, während das Renn-Event keine "größeren Effekte" auf den Handel habe, erklärte Lackner. Der Werbeeffekt des Events sei wichtig für die Region Kitzbühel und habe auch positive Auswirkungen auf den Sommertourismus. Über die Berichterstattung in den Medien, vor allem durch Fernsehbilder von den Rennen, würden Zuseher dazu animiert werden, sich die Region und "die Streif" persönlich anzuschauen.

Dabei würden Kitzbühel, aber auch die umliegenden Orte wie Kirchberg und weitere Orte bis ins Brixental, von den Werbeeffekten durch das Hahnenkamm-Rennen profitieren. Von Seiten des Kitzbüheler Ski Clubs (K.S.C.) wurde der Umsatz des Großraumes Kitzbühel während eines Hahnenkamm-Wochenendes mit 30 Mio. Euro beziffert, das geplante Veranstaltungsbudget für das Jubiläumsrennen 2003 mit drei Mio. Euro.

Der Direktor des Tourismusverband Kitzbühel-Reith-Aurach, Robert Jank, sagte, dass während der Renntage alle Betten im Umkreis von bis zu 35 Kilometer ausgebucht seien - der Großteil schon seit Montag. Viele österreichische Gäste, aber auch zahlreiche Schweizer und vor allem Italiener würden zum Ski-Event erwartet.

Zusammen mit den Tagestouristen könne mit insgesamt bis zu 100.000 Zusehern am Rennwochenende gerechnet werden. Den Werbeeffekt des Ski-Events bezeichnete Jank als "gewaltig": Das Hahnenkamm-Rennen sei das am meisten übertragene Skirennen der Welt. Außer in das Hahnenkamm-Rennen als Massenveranstaltung würde der Tourismusverband Kitzbühel-Reith-Aurach mit seinen rund 8.000 Gästebetten aber ausschließlich in "Qualitätstourismus" investieren.

Schattenseiten der Skigroßveranstaltung konnte der Kitzbüheler Gendarmeriepostenkommandant, Karl Tiefenbacher, nennen: In den letzten Jahren seien an den Renntagen etwa 50 bis 60 Delikte - vor allem Raufereien, Sachbeschädigungen und kleinere Diebstähle, aber keine größeren Delikte - verübt worden. Dabei habe der übermäßige Alkoholkonsum mancher Besucher öfters eine Rolle gespielt. Laut Kitzbüheler WK-Obmann Lackner würden die "negativen Randerscheinungen" des Ski-Events aber "keine direkten Image-Einbußen für Kitzbühel mit sich bringen".

21.1.2003 11:38