Montag, 20. Jänner 2003

Nach Super-G-Absage: Maier dennoch zur Ski-WM?

  • Harte Entscheidung für Trainer / Nur 10 Damen nach St. Moritz?
  • PLUS: Was die Promis in Kitz trieben & alles zum Ski-Weltcup!

16 Herren und elf Damen, also 27 Aktive wird der Österreichische Skiverband für die 37. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz (1.-16. Februar) nennen. Wegen der (möglichen) Absage des Kitz Super-G wird es nun ganz eng. Vor allem bei den Herren. Und vor allem wegen Hermann Maier. Wahrscheinliche Variante: Im Kader ist der Heminator dabei - alles andere ergibt sich...

Bei den ÖSV-Damen sind hingegen mehr Startplätze als derzeit WM-würdige Fahrerinnen vorhanden.

Für Alpin-Weltmeisterschaften dürfen an sich maximal 24 Läufer und Läuferinnen genannt werden. Unter genauester Auslegung der Regeln wird der ÖSV aber 27 Namen nennen, weil Österreich mit Hannes Trinkl (Abfahrt), Mario Matt (Slalom) sowie Michaela Dorfmeister (Abfahrt) drei Titelverteidiger stellt, die ein automatisches Startrecht haben. Das Problem ist, dass in diesem Kontingent aber maximal 14 von einem Geschlecht sein dürfen.

Deshalb kommt der Verband wie schon so oft vor Weltmeisterschaften vor allem bei den Herren in die Bredouille. Verschärft wurde dort die Situation auch noch durch die überraschende Rückkehr von Hermann Maier, der nun ebenfalls noch um einen WM-Startplatz kämpft und diese Woche in Kitzbühel seine letzte Chance auf einen Start in St. Moritz wahren will.

Sorgen in der Abfahrt!
In der Abfahrt etwa sind inklusive Trinkl bisher sieben Österreicher (Trinkl, Eberharter, Walchhofer, Kröll, Schifferer, Josef Strobl, Fritz Strobl) auf das Podest gefahren, fünf dürfen in St. Moritz starten. Im Super G ist die Situation nicht ganz so eng, aber auch im Riesentorlauf sind bisher fünf ÖSV-Läufer (Eberharter, Mayer, Raich, Gruber, Knauss) unter die ersten drei gekommen, vier dürfen starten. "Unter Umständen wird es also einen erwischen, der bereits einen Platz auf dem Stockerl hatte", bestätigte Pum.

Pum vor wenigen Tagen noch: "Der Hermann braucht sehr gute Platzierungen, um es noch zu schaffen." Erst nach Kitzbühel werde man sich zusammen setzen, mit Maier reden und dann entscheiden. Klar sei derzeit nur: "Er braucht zwar schon ein Spitzenergebnis, für Maier gilt aber auch, was für alle anderen gilt. Nämlich dass er sich mit guten Ergebnissen noch für die WM qualifizieren kann."

Giger: Maier für WM ein Thema
Auch Herrenchef Toni Giger bestätigte: "Der Hermann ist für die WM ein Thema!" Zwar sei an sich beim Comeback des Ski-Superstars die Weltmeisterschaft keine Überlegung gewesen, letztlich werde aber Maier selbst entscheiden, was er tun werde. Giger: "Er braucht noch Ergebnisse. Aber wie ich ihn kenne, wird er ohnehin nur dann fahren wollen, wenn er eine Medaillenchance hat." Mögliche Lösung: Maier ist im WM-Kader dabei: Er darf in der Abfahrts-Quali an den Start gehen. Und man beobachtet ganz genau seine Trainingsleistungen im Super-G. Alles die Lotto-Variante: Alles ist möglich!

Damen: Top-15 reicht für Quali
Ganz anders sieht die Situation bei den ÖSV-Damen aus. Dort ist in den Speed-Disziplinen sogar noch jeweils ein Platz zu haben, Rennen stehen bis zur WM aber keine mehr an. Zwar wird der ÖSV auf jeden Fall das volle Kontingent ausschöpfen, wer das Speed-Team aber noch ergänzt, ist derzeit offen. Damenchef Herbert Mandl hält an sich nur konstante Top-15-Fahrerinnen für WM-würdig, muss aber eingestehen: "Derzeit sehe ich keine." Also wird wohl eine möglichst breite Mischung der Skimarken bzw. die jeweilige Einsatzbarkeit der Läuferin entscheiden, wer noch mit nach St. Moritz darf.

Deshalb ist auch der Zug für eine Selina Heregger oder Tanja Schneider noch nicht abgefahren, vielleicht kommt aber sogar eine junge Läuferin wie Katrin Wilhelm zum Zug. Mandl: "An sich komme ich mit zehn Läuferinnen leicht aus. Warum also nicht eine mitnehmen, die jung ist und schon einmal in den Top-Ten war."

20.1.2003 11:41