Dienstag, 21. Jänner 2003

Antonitsch erwartet von Stan Franker einiges

  • "Aber man muss ihm Zeit geben"
  • PLUS: Stan Franker ist neuer ÖTV-Sportdirektor

Man ging symbolisch an den Schauplatz der österreichischen Unter-12-Meisterschaften, um am Montag in Wien jenen Mann zu präsentieren, der Österreichs Tennis in Zukunft wieder auf Vordermann bringen soll: Stan Franker fungiert ab 1. April vorläufig ein Mal bis Ende dieses Jahres als neuer Sportdirektor für den ÖTV. Der Verband, der den Vertrag mit dem aber weiterhin als Daviscup-Kapitän fungierenden Günter Bresnik einvernehmlich gelöst hat, setzt große Hoffnungen in den 57-jährigen Niederländer.

"Der Stan ist für uns der beste Mann. Er kennt unsere Mentalität, genießt Respekt und es ist auch ein Zeichen in Richtung Medien und Sponsoren, dass sich in unserem Sport wieder etwas tut", meinte Antonitsch. Letztlich genießt Franker aber auch so viel Respekt, dass er sich bei den vielschichtig gelagerten Interessen in Österreich durchsetzen kann. "Da kann eigentlich nur ein Ausländer helfen. Und Stan ist Einer, der sich seine Freiheiten nicht nehmen lässt", weiß der Villacher. Nicht zuletzt deshalb war Franker ja auch Wunschkandidat Nummer eins des Österreichischen Tennisverbands.

Arbeit und Disziplin
Franker ist Antonitsch im Alter von 15 Jahren erstmals begegnet. "Stan ist einer der Menschen, die mich am meisten geprägt haben, nicht nur im Tennis, auch als Mensch", verriet er gegenüber der APA. Lebhaft erinnert sich Alex daran zurück, als Franker mit Muster, Skoff und ihm für dreieinhalb Monate nach Südamerika gefahren ist. Und das war eine harte, aber lehrreiche Schule. "Jedes Mal, wenn ich verloren habe, musste ich um 06.00 Uhr früh zum Training." Gemeinsame Arbeit und Disziplin, aber trotzdem Individualität im Umgang mit dem Einzelnen zeichnen Franker aus.

Antonitsch will kein Funktionär sein
"Der Tom, der Horstl und ich waren ja drei völlig verschiedene Typen. Er hat uns trotzdem unsere Stärken entwickeln lassen." Letztlich sei Franker dank seiner College-Tennis-Zeit auch mit damals großen Namen wie Hans Gildemeister und Stan Smith in Kontakt gewesen. "Ich habe meinen Vorhand-Volley von Stan Smith gelernt. So was vergisst man nicht", erinnert sich Antonitsch lächelnd. Er selbst wird Franker aber nicht als Assistent zur Seite stehen. "Ich möchte kein Funktionär sein."

Einer mit Glück
Frankers Erfolge mit dem österreichischen und später dem niederländischen Tennis wurden von so manchem angezweifelt bzw. als Glückstreffer abgetan. Ion Tiriac hat ihn einmal auch für den britischen Verband vorgeschlagen mit den Worten "vielleicht braucht ihr ja Einen, der Glück hat".

Positiver Ruck erhofft
ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter erhofft einen "positiven Ruck für das österreichische Tennis". Nach der Verpflichtung Frankers sei schon jetzt das Klima mit so manchen Sponsoren ein ganz anderes. "Er ist sicher einer der Besten der Welt. Wenn man ihn arbeiten lässt." Es werde sicher einige harte Entscheidungen geben, die auch so manches weinendes Auge hinterlassen könnten. "Aber wir haben es in den vergangenen zehn Jahren ja auch anders probiert und sind dahin gedümpelt", sagte Reiter.

21.1.2003 10:43