Samstag, 25. Jänner 2003

WEF 2003: Veranstalter erachten Mission als erfüllt

  • PLUS: 'World Social Forum' als Alternative in Brasilien (Kasten)

Klaus Schwab, der Gründer des World Economic Forums (Weltwirtschaftsforum, WEF) im Schweizer Skiort Davos, sieht die Zielvorgabe des 33. Forums erfüllt: Die offene und kritische Auseinandersetzung, vor allem um einen drohenden Irak-Krieg, der nach Schwabs Einschätzung in den USA nicht hätte stattfinden können. Bedauert wurde von ihm hingegen die Absenz wichtiger europäischer Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

So wurde der EU-Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, vermisst, ebenso der französische Außenminister Dominique de Villepin. Seit vergangenem Donnerstag wies die Gästeliste mehr als 2.300 Teilnehmer aus: 24 Staats- und Regierungschefs, 82 Minister und 74 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGO) und rund 1.300 Wirtschaftsführer. Die angespannte Weltwirtschaftslage und die Finanzskandale waren ein Hauptthema am WEF.

Für großes Aufsehen sorgten die Beiträge von US-Außenminister Colin Powell und dem neu gewählten brasilianischen Präsidenten Luiz "Lula" Inacio da Silva. Da Silva kam unmittelbar nach seinem Besuch am Weltsozialforum in Porto Alegre - das er mitbegründet hat - nach Davos. Angesprochen auf eine mögliche Zusammenarbeit des WEF mit dem Weltsozialforum, schlug Schwab die Schaffung einer "Task Force" vor. Diese könne sich beispielsweise für die soziale Verantwortung der Unternehmen engagieren.

Auch das nächste WEF soll nach den Angaben der Organisatoren im Kanton Graubünden stattfinden. Alle drei Jahre könnte aber auch ein Entwicklungsland das WEF beherbergen, sagte Schwab.

25.1.2003 15:35